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Klimawandel

Dienstag, 26.03.2013

Wetter ist nicht Klima

Märzkälte noch kein Klimatrend

Nicht nur in weiten Teilen West-, Mittel- und Osteuropas werden gegenwärtig für Ende März neue Schnee- und Kälterekorde verzeichnet. Sogar ein Teil der Zugvögel fliegt wieder in den milderen Süden zurück. Auch in Nordamerika lässt der Frühling auf sich warten: Vom mittleren Westen bis zur Atlantikküste brachten Schneefälle und ungewöhnlich niedrige Temperaturen auch in den USA den Winter zurück. Angesichts der so hartnäckigen Spätwinterkälte werden hier wie dort erste Stimmen laut, die sogar schon über das Ende der Klimaerwärmung spekulieren.

Schnee und Minusgrade verhindern derzeit Frühlingsgefühle

Eisiger Wind türmt im Norden Deutschlands teils meterhohe Schneewehen auf. Bildquelle: R. Schneider

Aber so außergewöhnlich die Wetterextreme dieses Frühjahrs auch sind: Eine Trendwende der globalen Klimaerwärmung lässt sich mit ihnen nicht begründen. Denn was wir derzeit erleben sind noch keine Klimaphänomene, sondern Witterungskapriolen, wie sie sich immer mal wieder ereignen und auch in der Vergangenheit schon wiederholt aufgetreten sind. Erst das Wetter vieler Tage und Wochen prägt solche Witterungsabschnitte und erst die Summe und der Durchschnitt der Witterungsabschnitte vieler Jahre und Jahrzehnte beschreibt schließlich unser Klima.

Blütenpracht im extrem warmen März 2012

Sonne und Mittelmeerluft bescherten im März letzten Jahres einen schon geradezu frühsommerlichen Witterungsabschnitt. Bildquelle: WetterOnline Bilderforum

So ragt der außergewöhnlich kalte März dieses Jahres aus einer ganzen Fülle weniger kalter Märzmonate der letzten Jahrzehnte ebenso heraus, wie der extrem warme März letzten Jahres die klimatische Durchschnittstemperatur weit übertraf. Doch weder die Rekordwärme des März 2012 noch die beharrliche Kälte in diesem März zeigen schon eine Klimatendenz, denn im Mittel gleichen sich beide Monatsextreme weitgehend aus. Erst die Betrachtung eines mindestens 30-jährigen Zeitraums gestattet Aussagen zum klimatischen "Gesicht" dieses Frühlingsmonats.

Dasselbe gilt auch für Witterungsabschnitte in anderen Jahreszeiten: Nicht ein warmer Sommer oder ein kalter Winter lässt bereits Aussagen zum Klima zu. Erst der Vergleich der Durchschnittswitterung jahrzehntelanger Zeiträume mit früheren, ebenso langen Abschnitten eröffnet den Blick auf sich etwa verändernde Klimabedingungen. Weitet man die Betrachtungszeiträume über Jahrhunderte aus, zeigen sich Klimaabschnitte, blickt man auf Jahrtausende zurück, werden ganze Klimaepochen - wie etwa Eis- und Warmzeiten - sichtbar.

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