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Klimawandel

Donnerstag, 18.08.2016

Erderwärmung weiter ungebremst

Juli 2016 bricht Allzeit-Rekord

Der Juli 2016 ist nach Angaben der amerikanischen Wetterbehörde NOAA der wärmste Monat seit Messbeginn gewesen. Zudem war er schon der 15. rekordwarme Monat in Folge.

Der Juli ist weltweit betrachtet der wärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor fast 140 Jahren gewesen. Damit ist es der 15. Rekordmonat in Folge. Er übertraf den bisherigen Rekord um rund 0,1 Grad. Somit war der Juli fast zwei Grad wärmer als der globale Jahresdurchschnitt und 0,84 Grad wärmer als das Julimittel der Jahre 1951 bis 1980. Nach 2014 und 2015 wird es in diesem Jahr mit großer Sicherheit das dritte Mal in Folge auch einen neuen Wärmerekord bei der Jahresmitteltemperatur geben.

Der Juli war rund 0,84 Grad wärmer als der Juli-Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980. Bild: nasa

Der Juli ist weltweit betrachtet generell der wärmste Monat des Jahres. Der Grund hierfür ist in der Verteilung von Land und Meer auf der Erde zu finden: Auf der Nordhalbkugel sind die Landflächen deutlich größere als südlich des Äquators. Da sich Kontinente weitaus schneller als Ozeane erwärmen, wiegt der Nordsommer im weltweiten Durchschnitt stärker als der Sommer auf der Südhalbkugel.

Die Abweichung zur Jahresmitteltemperatur beträgt im Juli 2016 sogar knapp zwei Grad. Bild: nasa

Zumindest teilweise dürfte diese Entwicklung auf das Wetterphänomen El Niño zurückzuführen sein: Innerhalb des letzten Jahres wurde über dem Pazifik eines der stärksten El Niño-Ereignisse seit Messbeginn beobachtet. Allerdings ist diese Klimaanomalie nun so gut wie vorbei und doch bleiben die Temperaturen noch auf Rekordniveau. Spätestens im Winter wird jedoch von Klimawissenschaftlern eine Unterbrechung der Rekordjagd erwartet, wenn auch langfristig die Emission von Treibhausgasen den Erwärmungstrend fortsetzen werden.

El Niño ist eine Umkehr der vorherrschenden Meeresströmung im äquatorialen Pazifik, die sich alle paar Jahre einstellt. Warmes Wasser drückt dann an die Küste von Südamerika und würgt den Humboldtstrom ab, der sonst kaltes Wasser aus antarktischen Regionen heranführt. Die Auswirkungen auf das Wetter der angrenzenden Erdteile sind verheerend: Schwere Unwetter wüten in sonst trockenen Regionen, während andere Gebiete von katastrophalen Dürren heimgesucht werden. Ob und welchen Einfluss El Niño auf unser Wetter hat, ist indessen noch ungeklärt.

In Deutschland war der Juli kühler als in den Vorjahren, aber dennoch wärmer als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Zum Monatsrückblick für Deutschland.

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