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Klimawandel

Dienstag, 05.12.2017

Mitteltemperaturen steigen

Bald wird das Extreme normal

Was bisher als äußerst warmes Jahr in die Klimageschichte eingegangen ist, wird in Zukunft nur noch Durchschnitt sein. Ab dem Jahr 2021 gelten nämlich neue Mitteltemperaturen. Der Sprung nach oben ist dabei immens.

Die Temperaturen steigen stetig an: In den vergangenen knapp 30 Jahren lagen nur zwei Jahre unter dem Mittelwert von 1961 bis 1990. Der neue Referenzwert liegt ab dem Jahr 2021 rund ein Grad höher.

Nur noch drei Jahre fehlen, bis zur Vervollständigung einer neuen Klimareihe. Um die Abweichung der Jahrestemperaturen festzustellen, wird dann nicht mehr die bisher gültige Reihe der Jahre 1961 bis 1990 zurate gezogen, sondern die Jahre 1991 bis 2020. Auch wenn noch drei Jahre fehlen, so werden die Änderungen enorm: Was früher als extrem mild galt, wird schon in wenigen Jahren normal sein. Lag die Mitteltemperatur in den Jahren 1961 bis 1990 noch bei 8,2 Grad, so wird ab dem Jahr 2021 ein Wert von rund 9,2 Grad als Durchschnitt gelten.

Besonders in den Alpen wird die Erwärmung deutlich: Dort ziehen sich die Gletscher immer weiter zurück. Bild: dpa

Von 1900 bis Ende der 80iger Jahre war die Erwärmung dabei aber moderat und man bezeichnete Jahresmitteltemperaturen um oder leicht über 8 Grad bei uns als durchschnittlich. Zwischendurch ging der Trend sogar leicht bergab. Dies änderte sich danach aber schnell: Temperaturen von 9 Grad und mehr werden seither fast jährlich gemessen. Die einzige nennenswerte Ausnahme bildete das Jahr 2010 mit im Durchschnitt 7,8 Grad. Spitzenreiter war das Jahr 2014 mit extremen 10,4 Grad. Zuletzt wurde es allerdings wieder etwas kühler.

Auch weltweit hält der Temperaturanstieg unvermindert an. Nach den Rekordjahren 2014, 2015 und 2016 gehört auch 2017 zu den wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Bild: dpa

Früher wurden Normperioden in Schritten von 30 Jahren berechnet. Nach der Reihe von 1961 bis 1990 wären also die Jahre 1991 bis 2020 in die Ermittlung neuer Referenzwerte eingeflossen. Wegen der enormen Temperaturzunahme der letzten 30 Jahre empfiehlt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) aber die Reihen alle zehn Jahre zu aktualisieren. Dennoch gelten die 30-jährigen Werte oft noch als Referenz. Wir von WetterOnline verwenden dagegen bei Rückblicken gleitende Mittel, die jährlich angepasst werden. So sind extreme Sprünge nicht möglich.

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