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Mittwoch, 16.10.2019

Komet aus fernem Sonnensystem

"Borisov" wird zum Schweifstern

Der erst Ende August entdeckte interstellare Komet 2I/Borisov ist bereits dabei, einen Schweif auszubilden. Damit ist er den Kometen unseres Sonnensystems sehr ähnlich. Heimat des kosmischen "Vagabunden" ist aber vermutlich ein fernes Doppelsternsystem.

In einer ersten Aufnahme des fremden Himmelskörpers 2I/Borisov vom Hubble-Weltraumteleskop sind die für Kometen typische Koma (Ausgasungen um den Kometen herum) sowie ein dünner Schweif zu erkennen. Bild: NASA

Rund um den erst vor Kurzem entdeckten interstellaren Kometen 2I/Borisov sind Ausgasungen in Form einer Koma sowie eines Schweifes beobachtet worden, wie sie für Kometen bei Annäherung an die Sonne typisch sind. Damit ist für Astronomen klar, dass die Zusammensetzung des Besuchers aus den Tiefen des Weltalls den Kometen unseres eigenen Sonnensystems sehr ähnlich sein muss.

Der neue Schweifstern bewegt sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von rund 150.000 Kilometer pro Stunde aufs innere Sonnensystem zu. Er wird voraussichtlich am 8. Dezember nur wenig außerhalb der Umlaufbahn des Mars seinen sonnennächsten Punkt erreichen, bevor er wieder in die Tiefen des Weltalls zurückkehren wird.

Die Grafik zeigt das Innere unseres Sonnensystems mit den sonnennächsten Planeten sowie die langgestreckte Flugbahn des fremden Kometen. Bild: NASA

Nach neuesten Erkenntnissen hat 2l/Borisov einen Durchmesser von etwa zwei Kilometer. Dies entspricht auch der typischen Größe der meisten Kometen unseres Sonnensystems. Sein Kern sowie seine Koma weisen eine leicht rötliche Färbung auf. Astronomen gehen daher davon aus, dass 2I/Borisov neben Gasen auch recht viel Staub freisetzt. Erste Analysen der Flugbahn deuten darauf hin, dass der Himmelskörper ursprünglich aus einem rund 13 Lichtjahre entfernten Doppelsternsystem stammen könnte.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird bei Annäherung an die Sonne durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht.

Das aus zwei sogenannten roten Zwergen bestehende Doppelsternsystem "Kruger 60" könnte 2I/Borisov vor rund einer Million Jahre in Richtung unserer Sonne katapultiert haben. Allerdings müssen dies weitere Untersuchungen seiner Flugbahndaten erst noch bestätigen. Wegen seiner frühzeitigen Entdeckung bleibt den Astronomen anders als bei dem im Oktober 2017 beobachteten ersten interstellaren Kometen 1I/'Oumuamua noch viel Beobachtungszeit. 'Oumuamua war damals erst entdeckt worden, als er sich schon wieder von der Sonne entfernte.

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