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Klimawandel

Montag, 26.06.2017

Klimawandel lässt Berge bröckeln

Grönland-Tsunami nach Erdrutsch

Vor einer Woche ist eine Siedlung an Grönlands Westküste von einem Tsunami getroffen worden. Als Ursache wurde ein Erdbeben vermutet. Doch jetzt steht fest: Die Flutwelle wurde von einem gewaltigen Bergrutsch ausgelöst.

Luftbilder zeigen das Ausmaß des Bergrutsches an Grönlands Westküste: Auf mehr als einem Kilometer Länge und rund 300 Meter Höhe ist dieser Hang der Halbinsel Salliaruseq ins Meer gerutscht. Bild: via Youtube.

Es war schon eine ungewöhnliche Nachricht, die am 18. Juni um die Welt ging: Nach einem Erdbeben der Stärke 4,1 war eine Siedlung an Grönlands Westküste von einem Tsunami getroffen worden. Mehrere Häuser wurden zerstört und vier Menschen werden seither vermisst. Vermutlich sind sie in den Fluten ums Leben gekommen. Forscher rätselten zunächst, wie ein so schwaches Erdbeben eine derart verheerende Flutwelle auslösen konnte? Inzwischen hat sich herausgestellt, dass nicht das Beben, sondern ein gewaltiger Bergrutsch die Katastrophe ausgelöst hat.

Kurz nach dem Bergrutsch verwüstet die hervorgerufene Flutwelle die Küstenorte Nuugaatsiaq und Illorsuit. Bild: via Youtube

Zunächst war unklar, ob der Bergrutsch das Erdbeben oder umgekehrt das Erdbeben den Bergrutsch ausgelöst hatte. Auch war noch unbekannt, ob es sich um ein tektonisches oder ein glaziales Beben gehandelt hat. Glaziale Beben werden vom Kollaps mächtiger Eismassen beim Kalben von Gletschern hervorgerufen. Doch nach Einschätzung des Seismologen Professor Meredith Nettles von der Columbia University wurde der aktuelle Bergrutsch von einem tektonischen Beben verursacht. Die ins Meer stürzenden Gesteinsmassen lösten daraufhin den Tsunami aus.

Erdbeben sind in Grönland nicht ungewöhnlich. Vor allem glaziale Beben finden dort in den Sommermonaten sogar recht häufig statt. Aber auch die selteneren tektonischen Beben sind nicht neu. Das besondere am Beben vom 18. Juni war der davon verursachte Bergrutsch, der wiederum den Tsunami ausgelöst hat. Denn steigende Temperaturen und stärkere Regenfälle lassen die Permafrostböden schmelzen. Doch damit werden die Hänge instabil und geraten leichter ins Rutschen. So war der Tsunami von Grönland letztlich auch eine Folge des Klimawandels.

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