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Klimawandel

Donnerstag, 29.11.2018

Forscherkonsortium warnt

Klimawandel gefährdet Gesundheit

Der Klimawandel wird immer mehr zur Gesundheitsgefahr. Davor warnt ein Forscherkonsortium in einer neuen Studie. Es sieht aber auch Lichtblicke: Wirtschaftliche Umbaumaßnahmen rechtfertigten einen "vorsichtigen Optimismus".

Neben gesundheitsschädlichen Hitzewellen drohen durch den fortschreitenden Klimawandel in vielen Ballungsräumen auch immer öfter Überschwemmungen durch extreme Wetterereignisse.

Der Klimawandel bedroht einer neuen Studie zufolge die Gesundheit von immer mehr Menschen. Demnach waren im vergangenen Jahr 157 Millionen mehr gefährdete Personen Hitzewellen ausgesetzt als im Jahr 2000. Das berichten mehrere wissenschaftliche Institutionen im Fachmagazin "The Lancet". Als hitzegefährdet gelten demnach Menschen, die über 65 Jahre alt sind, in hitzeanfälligen Städten leben oder an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Atemwegsproblemen leiden. Die Forscher erwarten auch eine Ausbreitung tropischer Krankheiten.

Das Projekt "The Lancet Countdown: Tracking Progress on Health and Climate Change" beruht auf dem Fachwissen von Forschern der unterschiedlichsten Disziplinen, darunter Mediziner, Ökologen, Geografen und Verkehrsexperten.

Die Hitze gehe zudem oft mit Luftverschmutzung einher. 97 Prozent der untersuchten Städte in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau würden die Luftqualitätsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht erfüllen. Die Erwärmung führe auch dazu, dass immer mehr Arbeitsstunden ausfallen. 2017 waren es über 150 Milliarden Stunden weltweit. Hinzu kämen weitere ökonomische Verluste: Im vergangenen Jahr führten extreme Wetterereignisse weltweit zu einem Verlust von rund 300 Millionen Euro, fast das Dreifache der Summe von 2016.

Der Energiehunger der Menschheit gilt wegen der damit verbundenen Emission von Kohlendioxid in die Atmosphäre als Hauptursache des Klimawandels. Kann die Umstellung auf regenerative Energieträger aus dem Dilemma führen?

Doch es gebe auch Lichtblicke, schreiben die Autoren. So sei der weltweite Kohleverbrauch seit 2013 gesunken. Die Leistung der 2017 errichteten Kraftwerke teile sich in 157 Gigawatt aus erneuerbaren Energien und 70 Gigawatt aus fossilen Brennstoffen auf. "Aufregende Trends in Schlüsselbereichen für die Gesundheit, darunter der Ausstieg aus Kohle, der Einsatz sauberer Verkehrsträger und die Anpassung des Gesundheitssystems, rechtfertigen einen vorsichtigen Optimismus", so die Forscher aus 27 international führenden Forschungseinrichtungen.

Während die Autoren der Studie in Anstrengungen zu wirtschaftlichem Umbau in den Industrienationen Anlass zu "vorsichtigem Optimismus" sehen, warnt UN-Generalsekretär António Guterres erneut vor einer drohenden Klima-Katastrophe.

Unterdessen hat UN-Generalsekretär António Guterres mit Blick auf die in der kommenden Woche im polnischen Kattowitz beginnende Weltklimakonferenz vor einer "Klima-Katastrophe" gewarnt. Die Welt steuere aufgrund der Störungen des Klimas auf eine Katastrophe zu, sagte Guterres am Mittwoch vor Journalisten in New York. Er rief die Staats- und Regierungschefs auf, bei der Konferenz ehrgeizig zu handeln. Die sozialen, wirtschaftlichen und umweltbedingten Kosten des Klimawandels ließen die Kosten eines Handelns jetzt minimal erscheinen.

(WO/dpa)

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