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Klimawandel

Sonntag, 13.12.2009

Entscheidende Woche beginnt

Vorsichtiger Optimismus

Nach zähen Verhandlungen ist die Weltklimakonferenz in Kopenhagen in ihre zweite und entscheidende Woche gegangen. Die Gespräche hatten anfangs auf Fachebene stattgefunden, in dieser Woche beginnt die Ministerialebene. Später stoßen viele Staats- und Regierungschefs hinzu. UN General Sekretär Ban Ki-moon äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP "vorsichtig optimistisch" zum weiteren Verlauf. Bundesumweltminister Röttgen hat derweil eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Der politische Wille ist weltweit vorhanden", sagte Röttgen.

Die Mehrheit der Deutschen glaubt nach einer Umfrage der "BamS" dagegen nicht an einen Erfolg. 71 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage, ob sich die Staaten bei dem Gipfel auf Maßnahmen einigen werden, die dem Klima wirklich helfen, mit Nein. Auch die EU-Staaten erscheinen wenig optimistisch. In einer Erklärung zum Ende des EU-Gipfels hieß es noch, man gehe nicht von bindenden Beschlüssen in Kopenhagen aus. Ein rechtsverbindliches Abkommen solle vorzugsweise binnen sechs Monaten nach der Konferenz erreicht werden.

Mondaufgang über dem blauen Planeten

Bildquelle: Nasa - Das Bild kann einen Eindruck vermitteln, wie dünn und daher auch verletzlich die Erdatmosphäre ist. Die erwärmende Wirkung von Treibhausgasen entfaltet sich in den unteren Luftschichten.

Mittlerweile liegt ein erster offizieller Entwurf für eine politische Vereinbarung vor. Er sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 oder auf 2,0 Grad vor. Für die niedrigere Grenze machen sich besonders Inselstaaten und afrikanische Länder stark. Die Industrienationen präferieren dagegen aus Kostengründen eher das 2-Grad-Ziel. Nach Worten von Bundeskanzlerin Merkel muss das Klimaschutzabkommen die Erderwärmung "wirksam" begrenzen. Dies sei der entscheidende Maßstab.

Unterdessen haben zur Halbzeit des Weltklimagipfels am Wochenende weltweit zehntausende Menschen für einen besseren Umweltschutz demonstriert. In Kopenhagen gingen nach Behördenangaben 30.000 Menschen auf die Straße. Die Veranstalter sprechen von etwa 100.000 Teilnehmern. Am Rande der Großdemonstration waren am Samstag fast tausend Menschen festgenommen worden. Auch in Australien demonstrierten 50.000 Menschen für einen wirksamen Klimaschutz.

In der zweiten Konferenzwoche wird es in Kopenhagen immer kälter. Zeitweise ist dort mit Dauerfrost und Schneefällen rechnen. Auch andere Teile Mitteleuropas geraten in den Einfluss nordrussischer Frostluft. In weiten Teilen der USA herrscht nach einem schweren Schneesturm bereits seit Tagen eine grimmige Kälte. Das aktuelle Wettergeschehen hat nichts mit den Klimaaussichten für den gesamten Planeten zu tun, kann aber dennoch als eine gewisse Ironie des Schicksals angesehen werden.

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