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Klimawandel

Freitag, 23.08.2019

Äußerst effektiv

Gletscherflüsse als CO2-Senker

Eigentlich setzen Seen und Flüsse jede Menge CO2 frei, bei arktischen ist dies allerdings anders. Sie sind ein wahrer CO2-Senker. Dies zum Teil sogar deutlich effektiver als der Regenwald. Das Ganze hat aber auch einen Haken.

Unterschätzter CO2-Senker: Arktische Gletscherflüsse nehmen teils sehr viel CO2 auf und binden es.

Das ist überraschend: Das Schmelzwasser von arktischen Gletschern ist ein natürlicher CO2-Senker. Der Grund hierfür sind die im Wasser gelösten Mineralien, die der Luft dann CO2 entziehen. Und dies ist teils sogar äußerst effektiv: Manche Schmelzwasserflüsse binden bei gleicher Fläche doppelt so viel CO2 wie der Regenwald. Das Treibhausgas wird dabei in Form von gelöstem anorganischem Kohlenstoff, Ionen und Siliziumverbindungen gebunden.

Zumindest Regional könnte der Effekt einen messbaren Einfluss auf den CO2-Gehalt der Luft haben. Weltweit betrachtet sieht dies aber anders aus: Die allermeisten Gewässer setzen viel mehr CO2 frei, als sie aufnehmen. Der Grund hierin liegt in der Verrottung organischem Materials. Es wird geschätzt, dass rund 10 Prozent der weltweiten CO2-Emmission durch fossile Brennstoffe aus Verrottungsprozessen in Binnengewässern stammt.

Erstaunlich: Manche Schmelzflüsse binden mehr CO2 als die gleiche Fläche tropischen Regenwalds.

Die CO2-Aufnahme von Glescherflüssen schwankt zudem stark. Ist viel Schmelzwasser in den Flüssen, dann nehmen diese aufgrund des hohen Mineralienanteils auch viel CO2 auf. Ist nur wenig Schemlzwasser vorhanden, dann verpufft der Effekt. In Zeiten der Klimaerwärmung gehen die Forscher in den nächsten Jahrzehnten durch die fortschreitende Gletscherschmelze noch von einer Zunahme dieses Prozesses aus. Sind die Eismassen allerdings irgendwann verschwunden, ist auch keine CO2- Aufnahme mehr möglich.

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