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Klimawandel

Dienstag, 10.11.2009

Kühne Ideen für das Erdklima

Krisenlösung Ingenieurskunst?

Alle Verhandlungen mit dem Ziel eines weltweit verbindlichen Klimaschutzabkommens sind bislang äußerst zäh verlaufen. Trotz eindringlicher Beschwörungen und Willensbekundungen seitens der Politik und der Wissenschaft dürfte die Weltgemeinschaft daher in absehbarer Zeit kaum dazu in der Lage sein, ein wirksames und rechtsverbindliches Abkommen zum Klimaschutz zu erzielen. Mittlerweile gehen immer mehr hochrangige Politiker von unzureichenden Ergebnissen bei der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen aus.

Diese Konferenz war jahrelang zum Maß aller Dinge erklärt worden. Sinngemäß hieß es immer wieder, es sei "fünf vor zwölf" und die Kopenhagen-Konferenz quasi die letzte Chance, eine möglicherweise bevorstehende, folgenschwere Erderwärmung noch wirksam einzudämmen. Dennoch drohen die teils sehr ehrgeizigen Pläne für ein weltweit gültiges Abkommen zur Beschränkung der Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen an nationalen Interessen zu scheitern.

Der Anstieg der Erdtemperatur seit 1850

Bildquelle: Global Warming Art - Besonders in den Jahren zwischen 1960 und 2000 zeigte die Temperaturkurve steil nach oben.

Ist es ein zeitlicher Zufall, wenn derzeit zunehmend Vorschläge ins Rampenlicht gelangen, wie dem Erdklima auf anderen Wegen "geholfen" werden könne? Hier kommt das sogenannte Geoengineering (auch Climate-Engineering) ins Spiel. Dabei handelt es sich um aufwendige Maßnahmen, das Klima der Erde mit neuartigen, großtechnischen Maßnahmen abzukühlen. John Holden, der wissenschaftliche Berater von Präsident Obama, erklärte bereits, die US-Regierung wolle mögliche "Klimakuren" wissenschaftlich genauer untersuchen lassen.

Alle vorgeschlagenen Maßnahmen müssen zwangsläufig auf dem derzeitigen Wissensstand zum überaus komplexen Erdklima aufbauen. Dass auch viele Wissenschaftler in diesem Bereich noch gravierende Lücken beklagen, kann in den Projekten der "Klimadoktoren" nicht berücksichtigt werden. Von daher sind derzeit weder klare Erkenntnisse zu den Erfolgsaussichten noch zu den Risiken und Nebenwirkungen einer großtechnischen Manipulation der Erdklimas möglich. Beispiele für bislang vorgestellte Konzepte aus dem Bereich des Geoengineering sind unter anderem:

Mondaufgang über der Erde

Bildquelle: Nasa - Ein Vorschlag zur Abkühlung der Erdatmosphäre mithilfe von Schwefelteilchen würde in hohen Luftschichten zwischen 10 und 50 Kilometer Höhe durchgeführt werden. Die dort eingebrachten Schwefelverbindungen müssten in der Folge allerdings zwangsläufig wieder auf die Erde hinabsinken.

Die Einbringung von Schwefelpartikeln in die hohe Atmosphäre, eine Düngung der Ozeane mit Eisen, die Ausfilterung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre durch die Schaffung "künstlicher Bäume", die Errichtung riesiger Sonnensegel im Weltall, eine Abscheidung von Kohlendioxid bei Verbrennungsprozessen und seine unterirdische Speicherung, die Erzeugung von fester Kohle aus Biomasse sowie ein System ozeanischer Pumpen, welches tropischen Wirbelstürmen ihre Kraft nehmen könnte.

Einige dieser Projekte, wie zum Beispiel die "künstlichen Bäume" haben kaum das Ideenstadium überschritten. Andere hingegen, etwa die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid, sind weiter vorangeschritten und befinden sich teils schon in der Erprobungsphase. Kritiker halten viele der angeführten Vorschläge für viel zu gefährlich und daher unrealistisch. Schon die Vorstellung, der Mensch wäre intelligent genug, um das Klima der Erde verwalten zu können, sei schlicht vermessen.

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