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Klimawandel

Mittwoch, 02.03.2011

Viel Packeis auf der Ostsee

Größte Eisdicke seit 25 Jahren

Die nördliche Ostsee ist so stark vereist, wie seit 25 Jahren nicht mehr. So ist die Mächtigkeit der Eisdecke in der Bottensee zwischen Schweden und Finnland Anfang März verbreitet auf 15 bis 40, ganz im Norden sogar bis über 70 Zentimeter angewachsen. Gleichzeitig erreichte die Eisbedeckung mit einer Fläche von mehr als 250.000 Quadratkilometer die größte Ausdehnung seit 25 Jahren. Damals, im Eiswinter 1986/87, waren rund 400.000 der insgesamt etwa 420.000 Quadratkilometer des Binnenmeeres vereist.

Aktuelle und mittlere Eisbedeckung der Bottensee

Die Karte links zeigt die aktuelle Eisbedeckung in der Bottensee, rechts zum Vergleich die mittleren Eisverhältnisse der Jahre 1965 bis 1986. Bildquelle: Finnisches Meteorologisches Institut

Ursache der besonders starken Vereisung war der strenge Hochwinter. So war es besonders in der zweiten Februarhälfte in weiten Teilen Nordskandinavien extrem kalt, verbreitet fielen die Temperaturen unter minus 20 Grad. Zeitweise wurden sogar Werte unter minus 30 Grad und in Lappland sogar bis zu minus 40 Grad gemessen. Auch die Wassertemperaturen der mittleren Ostsee südlich der Eisgrenze liegen in diesem Jahr deutlich niedriger als im klimatischen Mittel. Mit einer weiteren Ausdehnung des Packeises im März ist zu rechnen.

Auch an der Deutschen Ostseeküste gibt es derzeit Treibeis. Allerdings ist die Eislage dort nicht ganz so ausgeprägt wie im vorangegangenen Winter, hier kommt der im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger kalte Hochwinter zum Tragen. Dennoch bestehen wegen der niedrigen Wassertemperaturen immer noch recht gute Voraussetzungen zu weiteren Vereisungen der Küstengewässer, sofern auch in nächster Zeit noch skandinavische Frostluft heran strömen wird.

Eisvolumen an der Deutschen Ostseeküste seit 1897

Die Grafik zeigt die Vereisung an der Deutschen Ostseeküste. Letztmals gab es hier Mitte der Neunziger Jahre viel Eis. Bildquelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie

Anders als in der Nordsee ist der Salzgehalt in der Ostsee vergleichsweise gering. Deshalb kann sich bei anhaltendem Frostwetter leichter Eis auf dem Binnenmeer bilden und insbesondere im nördlichen Teil auch viele Wochen lang halten. Während die Bottensee und der zwischen Finnland und dem Baltikum gelegene Finnische Meerbusen relativ häufig zufrieren, ist die Ostsee im vergangenen Jahrhundert nur dreimal komplett bis in ihren südlichen Teil zugefroren. Die derzeitige Vereisung ist zwar recht ausgeprägt, aber nicht außergewöhnlich.

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