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Klimawandel

Mittwoch, 25.09.2019

Weltklimarat schlägt Alarm

Meeresspiegel steigt schneller

Das ewige Eis oder der Ozean - für viele ist das weit weg. Doch wenn sich die Erde erwärmt, schmelzen die Eisschilde von Grönland und der Antarktis und lassen den Meeresspiegel stark steigen. Der Klimarat warnt vor dramatischen Auswirkungen.

Der Meeresspiegel steigt dem IPCC-Report zufolge immer schneller an. Derzeit sind es rund 3,6 Millimeter pro Jahr. Bei einer weiter starken Erhöhung der Treibhausgaskonzentrationen könnte er bis 2100 um rund einen Meter steigen.

Angesichts immer stärker schmelzender Gletscher und anderer Eismassen mahnen Experten zum raschen Handeln, um schwerwiegende Konsequenzen für Millionen von Menschen zu verhindern. Der Weltklimarat IPCC hat der Politik in seinem jetzt in Monaco vorgestellten Report zur Eisschmelze und den Ozeanen ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Wenn nicht schnell etwas gegen die menschengemachte Erderdwärmung unternommen wird, könnten Küstenstreifen und Inseln unbewohnbar werden.

Nur eine starke Reduzierung der Treibhausgase, der Schutz der Ökosysteme und der bedachte Umgang mit den natürlichen Ressourcen können laut IPCC eine dramatische Entwicklung eindämmen.

Eine besondere Gefahr geht durch die beschleunigte Eisschmelze in der Antarktis aus, falls das Eis einmal irreversibel instabil wird. Die Experten befürchten, dass der Meeresspiegel innerhalb von Jahrhunderten um mehrere Meter steigen könnte. Es sei noch unsicher, ob und wann dies beginne. In manchen Regionen wie den Küsten ist die Existenz ganzer Gemeinschaften auch ohne eine instabile Antarktis durch Überschwemmungen bedroht. Außerdem tauen in vielen Regionen der Arktis Eis und Permafrostböden, wodurch ganze Ufer abzurutschen drohen.

In Küstenregionen bis zehn Meter über dem Meeresspiegel wohnen rund 680 Millionen Menschen. Besonders die tropischen Regionen sind vom Meeresspiegelanstieg bedroht. Dort leben auf kleinen Inselstaaten etwa 65 Millionen Menschen.

Des Weiteren können in Bergregionen die Gletscherschmelze und das Auftauen dort bestehender Permafrostböden Lawinen, Steinschläge oder Bergrutsche auslösen. Sind die Gletscher schließlich ganz verschwunden, ist die Trinkwasserversorgung gefährdet. Rund 130 Forscher aus 36 Ländern haben zwei Jahre lang aktuelle Studien über Ozeane und Eismassen für den Weltklimarat analysiert. Sie fassten die Auswirkungen des Klimawandels auf Küsten und Inseln, Mensch und Natur in einem Report für politische Entscheidungsträger zusammen.

Der Klimawandel macht den Alpengletschern schwer zu schaffen. So verliert der Aletschgletscher im Schweizer Wallis massiv an Masse. Unser WetterReporter berichtet von dem schwindenden Eisstrom.

Erst Anfang der Woche hatten mehr als 60 Länder in New York beim Klimagipfel zusätzliche Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung versprochen. Die Aktivistin Greta Thunberg hatte die Staats- und Regierungschefs zuvor in einer emotionalen Wutrede beschuldigt, zu wenig zu tun. Deutschland hatte vergangenen Freitag mit dem Klimakabinett der Bundesregierung Eckpunkte für mehr Klimaschutz vorgelegt. Umweltverbände kritisierten die Ergebnisse als völlig unzureichend.

(WO/dpa)

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