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Unwetter im Rückblick

Dienstag, 28.08.2018

Etliche Wald- und Feldbrände

Dürreschäden in Milliardenhöhe

Verdorrte Felder, knochentrockene Wiesen und Brände - knapp 90 Prozent der Fläche Deutschlands sind im August von Dürre betroffen gewesen. Damit wurde der Hitzesommer 2003 in Sachen Trockenheit deutlich überflügelt.

Ein vertrocknetes Sonnenblumenfeld in Mittelfranken. Bild: dpa

Von Februar bis August sind deutschlandweit im Mittel nur rund 60 Prozent der üblichen Niederschläge gefallen. Am wenigsten kam dabei in Sachsen-Anhalt mit 52 Prozent vom Himmel, am meisten im Saarland mit etwas mehr als 80 Prozent. Der Sommer 2003 war zwar etwas heißer, aber nicht ganz so extrem trocken wie dieses Jahr. Die Dürreschäden in der Landwirtschaft belaufen sich auf rund drei Milliarden Euro. Betroffen sind vor allem der Nordosten Deutschlands.

Allein beim Getreide ist mit sieben bis acht Millionen Tonnen weniger Ernte zu rechnen, das wäre ein Schaden von rund 1,4 Milliarden Euro. Neben den zu erwarteten Ernteausfällen beim Getreide kommen Trockenschäden bei den Herbstkulturen wie Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln hinzu. Teils stand der Mais nur kniehoch. Da die Böden in den meisten Regionen bis in tiefere Schichten austrockneten, litten auch die Bäume unter der Dürre.

Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe war bis Ende August im Nordwesten, in der Landesmitte und im Südosten trockener als in 98 Prozent der Zeit seit 1951 (dunkelrot). Bereits bei Orange liegt eine "moderate Dürre" vor. Bild: UFZ

Vor allem jüngere Bäume erreichten mit ihrem noch kurzen Wurzelgeflecht das Grundwasser nicht mehr und vertrockneten. Zahlreiche Kommunen gossen die Jungbäume regelmäßig und riefen zu Gieß-Patenschaften auf. Andere Bäume warfen aufgrund des Wassermangels bereits ihre Blätter ab und wechselten frühzeitig in den winterlichen Ruhemodus. Während die Stadtbäume mehr am Wassermangel litten, kam in den Wäldern noch eine Borkenkäfer-Invasion dazu.

In den Sommermonaten brachen Hunderte Wald- und Feldbränden. Größere Feuer gab es bei Potsdam und im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns, die Millionenschäden verursachten. In Flammen standen unter anderem etliche Getreidefelder, Mähdrescher, Traktoren sowie Ballen von der Stroh- und Heuernte, was auch zur Futterknappheit beitrug. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden 40 Waldbrände gezählt, die etwa 30 Hektar Forst zerstörten. 2017 waren durch Brände im Nordosten knapp drei Hektar Wald vernichtet worden.

Eine Waldfläche so groß wie 400 Fußballfelder steht südwestlich von Berlin in Flammen. Weil der Boden mit Munition belastet ist, sind die Löscharbeiten besonders schwierig. Bild: Max Petzold

Für Aufsehen sorgten im Sommer 2018 vor allem die Brände in munitionsbelasteten Wäldern und Heidelandschaften bei Lübtheen und Groß Laasch gesorgt. Insgesamt standen seit Jahresbeginn auch in Brandenburg 1420 Hektar Wald in Flammen. Südwestlich von Berlin brach am letzten Augustwochenende ein größeres Feuer aus. Hunderte Einsatzkräfte löschten auch Tage danach Glutnester auf einer Fläche von 350 Hektar im Wald bei Treuenbrietzen.

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