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Klimawandel

Donnerstag, 20.02.2014

Studie untersucht Jetstream

Wetterextreme durch Klimawandel?

Eiseskälte in den USA, Mildwinter bei uns, Orkane und Fluten in Großbritannien: Diese Wetterextreme könnten laut einer neuen Studie mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Riesenwellen fegen über die Küsten von Wales hinweg: Großbritannien erlebte einen der sturmreichsten und nassesten Winter seit mindestens 200 Jahren. Bildquelle: dpa

Es war ein Winter der Extreme auf der Nordhalbkugel: Während weite Teile Europas einen sehr milden Winter erlebten, kämpften die Menschen auf der anderen Seite des Atlantiks gegen Kälte, Schnee- und Eisstürme. Über Großbritannien fegte eine beispiellose Serie von Orkanen hinweg, die neben Riesenwellen an den Küsten vor allem verheerende Überflutungen auslöste. Eine neue Klimastudie besagt, dass dies alles zusammenhängen könnte.

Vereiste Niagarafälle: In den USA gab es einen Jahrhundertwinter mit eisiger Kälte und Schneestürmen. Bildquelle: dpa

US-Klimaforscher der Rutgers University in New Jersey verdächtigen eine Abschwächung des Jetstreams, ein Starkwindband in gut zehn Kilometern Höhe, für die Häufung von Wetterextreme verantwortlich zu sein. Ihre These: Durch die Erwärmung der Arktis schwächt sich der Jetstream ab und bildet oft große Wellen aus. Diese haben die Eigenschaft, sehr lange stabil zu bleiben und sich immer wieder zu regenerieren. Die Folge: Die Witterung in einer bestimmten Region bleibt über Wochen hinweg nahezu gleich, Wetterextreme sind die Folge.

Lange Wellen: Die Bahn der Sturmtiefs auf dem Atlantik verläuft seit Monaten in einem großen Bogen von der Ostküste der USA über Großbritannien bis nach Nordskandinavien. Verantwortlich dafür ist der Jetstream, der die Tiefdruckgebiete lenkt und seine Position in dieser Zeit kaum verändert hat.

Tatsächlich zogen starke Tiefdruckgebiete in diesem Winter immer wieder über dieselben Regionen hinweg, was zu den oben beschriebenen Wetterextremen führte. Auch in den vergangenen Wintern blieb das Strömungsmuster in der Atmosphäre teilweise über Wochen hinweg gleich und regenerierte sich immer wieder - allerdings lag Europa da regelmäßig auf der "kalten" Seite des Jets und wurde wiederholt von polaren Luftmassen geflutet.

Die Studie würde also erklären, warum die Dauer einer bestimmten Wetterlage in einer Region in den letzten Jahrzehnten langsam, aber stetig zugenommen hat. Und es würde die These untermauern, dass es bei einer Klimaerwärmung zu einer Zunahme von Wetterextremen kommt. Die an der Studie beteiligten Forscher betonten zwar, dass es noch zu früh sei für eine definitive Aussage. Sollte die Studie aber zutreffen, wäre das einer der ersten Belege, dass sich die Eigenheiten des Wetters aufgrund des Klimawandels tatsächlich bereits geändert haben.

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