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Klimawandel

Mittwoch, 07.10.2009

Klimakonferenz in Bangkok

Optimismus für einen Durchbruch

In Bangkok bereiten derzeit Delegierte aus 180 Ländern den Welt-Klimagipfel in Kopenhagen vor. Nach zahlreichen gescheiterten Vorbereitungstreffen soll die Tagung vom 7. bis 18. Dezember in der dänischen Hauptstadt endlich einen Durchbruch bringen und ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll beschließen. In Bangkok wird diese Woche darum gerungen, den bisherigen Textentwurf klarer und verbindlicher zu gestalten. Er umfasst 200 Seiten und wird bislang praktisch von allen Seiten als völlig unbefriedigend angesehen.

Die Diskussionen über das geplante neue Abkommen seien jetzt aber so "konstruktiv" wie seit zwei Jahren nicht mehr, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats de Boer am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Gleichzeitig erneuerte er seinen Appell an die Industrieländer, ehrgeizige Anstrengungen zur Senkung ihrer CO2-Emission zu unternehmen. Ohne ambitionierte Ziele der reichen Länder und ein beachtliches Finanzierungsangebot werde das "gesamte Gebäude zusammenstürzen".

Vorausberechnete Erderwärmung

Bildquelle: Global Warming Art - Im ungünstigsten Falle könnte die Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts in einigen Regionen mehr als 6 Grad betragen. Dies brächte zwangsläufig gravierende Folgen für die Pflanzen- und Tierwelt sowie für den Menschen mit sich.

"Es gibt eine gewisse positive Dynamik", erklärte auch Paul Watkinson, Chef der französischen Delegation. Die UN-Klimakonferenz im September in New York habe das Bewusstsein für die Dringlichkeit gestärkt. China allerdings warf den Industrieländern vor, im letzten Augenblick die Spielregeln ändern und das Kyoto-Protokoll durch ein ganz neues Abkommen ersetzen zu wollen. Sein Unterhändler Yu Qingtai kritisierte mehrere Länder namentlich, darunter Japan, Australien und Kanada.

Unterdessen erinnerte die dänische Klima- und Energieministerin Connie Hedegaard die USA an ihre Führungsrolle. Die Amerikaner sollten verstehen, dass ihr Führungsanspruch im Umgang mit den globalen Problemen "auf dem Spiel stehe". Bei einem Nachfolgeabkommen für das Klimaprotokoll von Kyoto müssten die USA und andere große Wirtschaftsnationen mit ins Boot.

Kühltürme einer Industrieanlage

Bildquelle: Public Domain - Der Anteil des Treibhausgases Kohlendioxyd war stets Schwankungen unterworfen, er lag jedoch in den vergangenen 650 000 Jahren noch nie so hoch wie im 20. Jahrhundert. Die Menschheit wäre durchaus dazu in der Lage, ihren Energiebedarf schrittweise immer stärker mithilfe umweltfreundlicher Technologien zu decken. Nationale Interessen haben sich dabei bislang zumeist als hinderlich erwiesen.

Der Fehler von Kyoto dürfe sich nicht wiederholen: Indien und China seien damals nicht einbezogen worden und die USA unter Präsident Bush schließlich ganz ausgestiegen. "Im 21. Jahrhundert kann ich mir kein weltweites Klima-Abkommen ohne den Beitritt der großen Volkswirtschaften vorstellen", erklärte Hedegaard. Die USA waren dem Kyoto-Protokoll nur symbolisch beigetreten - ratifiziert hatten sie es nie.

Die Ministerin reagierte auf eine Aussage von Carol Browner. Die für Klimafragen zuständige Direktorin im Weißen Haus hatte gesagt, es bestehe praktisch keine Aussicht mehr, dass sich der US-Kongress rechtzeitig zum Kopenhagener Gipfel im Dezember noch auf ein unterschriftsreifes neues Klimagesetz einigen werde. Anfang November geht der Vorbereitungs-Marathon auf Kopenhagen in seine nächste Runde, in Barcelona findet dann ein weiteres Treffen statt.

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