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Klimawandel

Freitag, 04.12.2009

Weltklimakonferenz ab Montag

Erwartungen sehr unterschiedlich

Vom 7. bis zum 18. Dezember soll in Kopenhagen ein neues Welt-Klimaabkommen erreicht werden. Die dänische Hauptstadt erwartet allein 15 000 Klimagipfel-Besucher, außerdem zahlreiche Demonstranten. Sämtliche Hotelbetten der Stadt sind ausgebucht, viele Teilnehmer müssen im benachbarten Schweden übernachten. Allein der Polizeieinsatz soll bis zu 100 Millionen Euro teuer werden.

Das derzeit geltende Klimaschutz-Protokoll von Kyoto läuft 2012 aus. Bislang war es das erklärte Ziel gewesen, in Kopenhagen ein verbindliches Nachfolgeabkommen zu erreichen. Dazu haben mehr als 90 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ihr Kommen zugesagt, darunter US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Vorverhandlungen zu Kopenhagen hatten jedoch ans Licht gebracht, dass eine Einigung sehr schwierig werden wird.

Der Bericht des Weltklimarats von 2007

Bildquelle: IPCC

Mittlerweile gehen viele Beobachter von zahllosen Kompromissen oder nur noch von einer wenig verbindlichen Absichtserklärung aus. Andererseits möchte keine Nation im Nachhinein als der große Bremser da stehen. So hat jetzt zum Beispiel Indien überraschend doch noch in Aussicht gestellt, seinen CO2-Ausstoß bis 2020 um bis zu 25 Prozent im Vergleich zu 2005 zu reduzieren. Auch die beiden Staaten mit dem höchsten Ausstoß an CO2, China und die USA, hatten kürzlich konkrete Zielmarken zur Emissionsminderung angekündigt.

Die USA wollen ihre Treibhausgas-Emissionen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP verglichen mit dem Basisjahr 2005 bis 2020 um 17 Prozent mindern und bis zum Jahr 2030 dann um 42 Prozent. China wird voraussichtlich anbieten, seine Treibhausgase bis 2020 um 40 bis 45 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken, dies jedoch "je Einheit des Bruttoinlandsprodukts".

Somit handelt es sich nicht automatisch um eine tatsächliche Minderung der Emissionen, sondern - in Abhängigkeit von der Wirtschaftsleistung - eher um eine gedrosselte Steigerungsrate. Aufgrund der zu erwartenden Meinungsverschiedenheiten dämpfte auch Bundeskanzlerin Merkel die Erwartungen an die Klimakonferenz mittlerweile deutlich. "Dass Kopenhagen nicht ideal wird, ist schon abzusehen", sagte die Kanzlerin. Jedoch könne der kommenden Montag beginnende Gipfel ein "deutlicher Schritt nach vorne" werden.

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