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Klimawandel

Donnerstag, 08.08.2019

Bericht des Weltklimarats

Klima vor dem Scheideweg

Die Erwärmung der Erde schreitet immer weiter voran. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit haben sich die Landflächen bereits um über 1,5 Grad erwärmt. Nun zeigt der Weltklimarat Lösungsansätze auf, die aber mit Risiken behaftet sind.

Sofort handeln: Der neuste Sonderbericht des Weltklimarats rät zum dringenden Handeln. Bild: dpa

Der weltweite Temperaturanstieg hat über den Landflächen bereits 1,5 Grad erreicht. Dies geht aus dem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Sonderbericht des Weltklimarats IPCC hervor. Unter Berücksichtigung der sich langsamer erwärmenden Meeresflächen liegt das globale Temperaturplus gegenüber der vorindustriellen Zeit bei 0,9 Grad. In den kommenden Jahrzehnten werden Zahl, Dauer und Intensität von Hitzewellen sowie Dürren zunehmen, warnen die über 100 Forscher aus 53 Ländern. In vielen Regionen wird es zudem häufiger zu Starkregen kommen.

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Der Weltklimarat empfiehlt in seinem Bericht, im Kampf gegen eine weitere Erwärmung der Erde die Wälder und nicht zuletzt die Moore besser zu schützen. Zugleich sieht der IPCC Gefahren für die sichere Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stabilität des Nahrungsmittel-Angebots wird voraussichtlich sinken, da Ausmaß und Häufigkeit von Extremwetter-Ereignissen steigen werden. Auch im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sehen die Wissenschaftler viel Potenzial, da diese rund 23 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase beisteuern.

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Der Bericht steht im Zeichen des Pariser Klimaabkommens. Darin wurde 2015 das Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Dazu müssten die Staaten den Netto-Ausstoß der Treibhausgase stark reduzieren. Um dies zu schaffen, wollen einige Experten nun große Flächen für Wälder nutzen, die die Treibhausgase binden können. In Verbindung mit dem Ziel der Lebensmittelsicherheit für die gesamte Bevölkerung drohen so neue Konflikte - zusätzlich zu den Entwicklungen, die der Klimawandel bereits ausgelöst hat.

(WO/dpa)

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