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Klimawandel

Donnerstag, 18.02.2010

Viel Eis auf der Ostsee

Große Eisfelder im Kattegat

Infolge des kalten Winters hat sich viel Eis auf der Ostsee gebildet. Erstmals seit vielen Jahren sind dort praktisch sämtliche verfügbaren Eisbrecher im Dauereinsatz. Bis Mitte Februar war fast der gesamte Finnische und Bottnische Meerbusen zugefroren. Auch weite küstennahe Abschnitte in Schweden, Polen und in den baltischen Staaten sind vereist.

Eislage westliche Ostsee und Kattegat

Bildquelle: SMHI - Die Karte stammt vom 15. Februar. In den beiden darauf folgenden Nächten war es sehr kalt in der Region, sodass die Eisbedeckung zwischenzeitlich weiter angewachsen sein dürfte.

Während sich die Eisbildung an der deutschen Ostseeküste bislang in Grenzen gehalten hat, treibt in den dänischen Gewässern so viel Eis wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Besonders bemerkenswert ist die Lage im Kattegat und im nördlichen Skagerrak. Dort ist das Klima milder und das Wasser salzhaltiger als etwa im Bereich der östlichen Ostsee, die See gefriert deshalb normalerweise nicht so leicht. In diesem Jahr hat sich jedoch auf der Ostsee zwischen dem nördlichen Dänemark und der Küste Westschwedens flächendeckend Neueis gebildet.

Eislage nördliche Ostsee

Bildquelle: SMHI - Graue Bereiche kennzeichnen massives Festeis, rot eingefärbte Regionen sind mit dichtem Packeis überzogen.

Der nördliche Skagerrak war am 15. Februar bereits mit Packeis überzogen. Anders als etwa vor St. Petersburg oder in der nördlichsten Ostsee ist das Meer dort derzeit zwar noch für Handelsschiffen befahrbar, die Probleme werden jedoch von Tag zu Tag größer. Da es im gesamten skandinavischen Raum noch längere Zeit sehr kalt bleibt, kann die Eisbildung in der Ostsee weiter anhalten. Auch in normalen Wintern ist der Höhepunkt der Vereisung erst um Mitte März herum erreicht.

Eis an der Deutschen Ostseeküste seit 1897

Bildquelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie - Die stärkste Vereisung trat in den Wintern zwischen 1940 und 1947 und danach noch einmal im Winter 1962/63 auf.

Ein Eiswinter war in gewisser Weise längst überfällig. Nach Mitte der 1980er Jahre waren sehr viele Winter ungewöhnlich mild ausgefallen. Solche Zyklen scheinen nicht weiter ungewöhnlich zu sein. Auch in den 1930er Jahren hatte sich viele Jahre lang kaum Eis auf der Ostsee gebildet - um dann im darauf folgenden Jahrzehnt rasch historische Höchststände zu erreichen.

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