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Klimawandel

Donnerstag, 08.10.2009

Der CO2-Ausstoß ist gesunken

Wirtschaftskrise gut fürs Klima?

Die weltweite Wirtschaftskrise könnte sich günstig auf das Erdklima auswirken. Diese Spekulation ist nicht neu, sie wurde jetzt jedoch von der Internationalen Energieagentur IEA auf einer Konferenz in Bangkok bekräftigt. Einer neuen Studie dieser Organisation zufolge wird die Welt in diesem Jahr drei Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als erwartet. Dies wäre dann der stärkste Rückgang seit 40 Jahren.

Die Krise sorge dafür, dass er auch 2020 noch fünf Prozent niedriger liege als bislang erwartet. Hauptgrund dafür seien krisenbedingt noch nicht getätigte Investitionen in neue Industrieanlagen, welche zusätzliche Emissionen verursacht hätten. Die jüngste Entwicklung mache es daher leichter, ehrgeizige Klimaschutzziele zu erreichen, erklärte IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka. Sie könne dabei helfen, die Erderwärmung - wie von den Klimaexperten verlangt - unter zwei Grad zu halten.

Rauchende Schornsteine

Bildquelle: Public Domain - Die Luftverschmutzung durch Ruß, Feinstäube und Schwefelgase trägt (im Gegensatz zum Treibhausgas Kohlendioxid) wahrscheinlich mehr zu einer Abkühlung als zu einer Erwärmung des Erdklimas bei.

Voraussetzung dafür sei jedoch, dass zugleich stark in umweltfreundliche Energiequellen investiert werde. Die Internationale Energieagentur wurde 1973 von 16 Industrienationen zum gemeinsamen Vorgehen gegen die damalige Ölkrise gegründet. Sie hat ihren Sitz derzeit in Paris und veröffentlicht unter anderem jährlich den "World Energy Outlook", welchen Kritiker als die "Bibel der Energiewirtschaft" bezeichnen.

Unterdessen verwies die Hilfsorganisation World Vision in Bangkok auf die jüngsten Wetterkatastrophen in Südostasien und in Indien, bei denen Hunderte von Menschen ums Leben kamen. Ihre Mahnung, wie gefährdet gerade die Bevölkerung in armen Ländern ist, muss unbedingt ernstgenommen werden. Andere allgemeine Verweise, wie sie auch wieder in Bangkok zu hören waren, etwa auf "weltweit zuletzt immer mehr Unwetter" sollten dagegen wissenschaftlich belastbar untermauert werden.

Vom tagesaktuellen Wettergeschehen oder saisonalen Ereignissen Rückschlüsse auf die Entwicklung des Weltklimas ziehen zu wollen, ist zwar verständlich und medienwirksam, jedoch wenig aussagekräftig. Die Gefahr einer selektiven Wahrnehmung ist groß, wenn nicht gleichzeitig auch andere Aspekte beleuchtet werden. So wurde zum Beispiel in den Medien kaum darüber berichtet, dass die Karibik 2009 bislang fast völlig von den sonst üblichen, katastrophalen Wirbelstürmen verschont geblieben ist.

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