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Unwetter im Rückblick

Montag, 02.01.1978

Die Schneekatastrophe 1978/79

Teile Deutschlands lahmgelegt

Im Winter 1978/79 sind viele Regionen Deutschlands im Schnee erstickt. Ganze Landstriche waren von der Außenwelt abgeschnitten. Über 20 Menschen kamen ums Leben. Es war einer der heftigsten Kälteeinbrüche der vergangenen 100 Jahre.

Die Bahn hatte gegen den Ansturm der Naturgewalten keine Chance: Züge blieben in den Schneemassen stecken. Es dauerte Tage, bis die wichtigsten Strecken wieder befahrbar waren. Bild: Kai Greiser

Zunächst tobte im Norden ein heftiger Schneesturm, der meterhohe Schneeverwehungen verursachte. Sogar Seehäfen mussten geschlossen werden. Gleichzeitig fiel in der südlichen Landesmitte in einem schmalen Streifen massiver Eisregen. Straßen verwandelten sich in gefährliche Rutschbahnen. Bei der Bahn froren etliche Weichen ein. Dann setzte auch im Süden der heftige Wintereinbruch ein. Überall ruhte der Flugverkehr. Die Natur hatte den gesamten Verkehr auf der Straße, auf der Schiene, zu Wasser und in der Luft auf einen Streich lahmgelegt.

Betroffen war neben Schleswig-Holstein vor allem auch die Insel Rügen, die tagelang vollständig vom Festland abgeschnitten war. Der Schneesturm tobte mehr als 72 Stunden lang. Bild: Egon Nehls

In Schleswig-Holstein und auf der Insel Rügen blockierten meterhohe Schneeverwehungen praktisch alle Verkehrsverbindungen. Ortschaften und ganze Landstriche waren von der Außenwelt abgeschnitten, das Strom- und Telefonnetz zusammengebrochen. Zudem waren Tausende Menschen mit ihren Autos oder in Zügen in den Schneemassen stecken geblieben. Die Behörden verhängten den Ausnahmezustand für Schleswig-Holstein. Wasserleitungen waren eingefroren und zahllose Haushalte ohne Strom und Heizung.

Nach mehreren Tagen ohne Kontakt zur Außenwelt wurden viele Landstraßen von den Bewohnern in Eigenregie freigeräumt. Bild: Egon Nehls

Zehntausende von Helfern waren tagelang im Einsatz. Sie unterstützten die Rettungskräfte der Polizei, der Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks. Erst viele Tage nach Ende des Schneesturms normalisierte sich das Leben allmählich wieder. Die erschütternde Bilanz der Naturkatastrophe: 17 Todesopfer waren in der Bundesrepublik, fünf weitere in der DDR zu beklagen. Der volkswirtschaftliche Schaden der Unwetterkatastrophe belief sich im Westen Deutschlands auf 140 Millionen D-Mark.

Nur wenige Wochen später folgte der nächste heftige Wintereinbruch. Abermals flutete sibirische Eisluft Norddeutschland, die von einem Schneesturm begleitet wurde. In einigen Regionen türmten sich bis zu 7 Meter hohe Schneewehen auf. Erst mit der Schneeschmelze Ende März wurden auch die letzten verschollenen Autos aufgefunden und tragischerweise mehrere vermisste und im Schneesturm erfrorene Menschen aus ihren eisigen Gräbern befreit.

Lesen Sie mehr über die Schneekatastrophe in unserem Spezial: Der Jahrhundertwinter 1978/79

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