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Unwetter im Rückblick

Mittwoch, 03.01.2018

Massive Schäden nach Sturm

Mehrere Tornados in Bayern

Umgestürzte Bäume, beschädigte Häuser, blockierte Straßen und Gleise - Sturmtief BURGLIND hat am 3. Januar 2018 in vielen Regionen Deutschlands massive Schäden angerichtet. In Bayern wüteten sogar Tornados.

In Stuttgart wird ein Teil eines mehrstöckigen Hauses abgedeckt. Bild: dpa

Sturm BURGLIND verursachte besonders im Westen und Süden enorme Schäden. Dabei wurden orkanartige Böen teils über 100 Kilometer pro Stunde registriert. Im rheinland-pfälzischen Bad Bodendorf fegte eine Gewitterböe ein Stalldach ab und schleuderte es auf eine Hauptstraße. In der Folge wurden 14 geparkte Autos, eine Fotovoltaikanlage und Häuser beschädigt. Der Schaden lag bei mehreren zehntausend Euro. Im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach riss der Sturm das Dach einer Lagerhalle herunter, woraufhin die Feuerwehr die Halle sperren musste.

Gleich drei Tornados gab es im Norden Bayerns. Bei Neuhütten im Spessart wütete eine Windhose, die eine fast durchgehende 100 bis 300 Meter breite und rund fünf kilometerlange Schneise der Verwüstung hinterließ und viele Bäume wie Streichhölzer umknickte. Bei Pommersfelden im Landkreis Bamberg riss ein Tornado zahlreiche Bäume um und deckte Dächer ab. Dabei stürzte eine Scheune ein. Ein paar Kilometer weiter in Mühlhausen fegte der Wirbelsturm ein Wellblechdach auf einen Gastank. Im kompletten Ort gab es Schäden.

In Kunreuth im Landkreis Forchheim zerstörte ein weiterer Tornado eine Steinscheune und richtete große Schäden in einem angrenzenden Wald an. Im benachbarten Lützelsdorf wurden Dächer einiger Häuser abgedeckt. In Merkendorf knickte ein Strommast um, mehrere Orte in der Umgebung waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten.

Bei Pommersfelden im Landkreis Bamberg hinterlässt ein Tornado eine Spur der Verwüstung. Bild: News5

Die Deutsche Bahn musste mehrere Strecken im Fern- und Regionalverkehr sperren. Betroffen waren unter anderem die Strecken von Köln nach Bonn und von Kaiserslautern nach Ludwigshafen ein. Bei Lünen prallte ein Zug auf einen umgestürzten Baumstamm. Dabei entgleiste der Triebwagen und rutschte trotz Schnellbremsung etwa 120 Meter durch das Gleisbett. Von den rund 70 Fahrgästen wurde niemand verletzt. Die Fahrgäste wurden mit Bussen weggebracht.

Die stärksten Böen brachte Tief BURGLIND auf den Bergen im Süden. So wurde auf der Hornisgrinde im Nordschwarzwald eine Orkanböe von 159 Kilometer pro Stunde gemessen.

Etliche Bäume stürzten zudem auf Straßen und auch auf einzelne Autobahnabschnitte. In Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei mehr als 1500 Einsätze und 128 witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Dabei wurden drei Menschen schwer und sechs Menschen leicht verletzt, der gesamte Sachschaden dürfte mehr als drei Millionen Euro betragen. Auch der Fährverkehr zu den Inseln Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge und Helgoland wurde eingeschränkt.

In Nordfrankreich richtete der Sturm vor allem in der Bretagne und der Normandie große Schäden an. Ein Mensch kam ums Leben, 15 weitere Menschen wurden verletzt. 200.000 Haushalte waren ohne Strom, 30.000 davon in der Region um Paris. Auch hier mussten viele Zugstrecken gesperrt werden. Der Sturm verursachte auch in Großbritannien und Irland Chaos. Hier kam es ebenfalls zu Stromausfällen und Brückensperrungen. Am Flughafen Amsterdam wurden mehr als 170 Flüge abgesagt.

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