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Unwetter im Rückblick

Samstag, 24.01.2009

Orkan KLAUS wütet in Frankreich

Viele Tote und Milliardenschäden

Einer der teuersten Stürme der jüngeren europäischen Geschichte hat vom 24. bis 27. Januar 2009 in Südwesteuropa gewütet. Orkantief KLAUS hinterließ Schäden in Milliardenhöhe. Dabei kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. Auf dem Atlantik tobten zudem Monsterwellen.

Orkan KLAUS knickt am 24. Januar 2009 Strommasten um, wie hier unweit der Stadt Lalin in der nordwestspanischen Provinz Galicien. Rund 50.000 Menschen sind dort von Stromausfällen betroffen. Auch das Telefonnetz bricht in einigen Regionen zusammen. Bild: dpa

Orkan KLAUS fegte über Nordspanien, Südfrankreich und Italien hinweg. Dabei registrierte eine Wetterstation in Andorra in den Pyrenäen Spitzenböen von 216 Kilometer pro Stunde. Allein in Frankreich kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Im Südwesten des Landes fiel in 1,7 Millionen Haushalten der Strom aus. An der Gironde musste ein Atomkraftwerk abgeschaltet werden. Orkanböen bis Tempo 150 walzten zudem große Waldgebiete nieder und beschädigten viele Häuser. Nachfolgend erklärte die Regierung die betroffenen Regionen zum Katastrophengebiet.

Orkan KLAUS verwüstet insbesondere die Kiefernforste Aquitaniens im Südwesten Frankreichs. 60 bis 90 Prozent der Bäume sind geschädigt. Viele dieser Forstflächen waren erst nach den Verheerungen durch die Orkane LOTHAR und MARTIN im Dezember 1999 neu aufgeforstet worden. Bild: dpa

Zahlreiche Bahnstrecken waren wegen auf den Schienen liegender Bäume und aufgrund beschädigter Oberleitungen außer Betrieb. Auch der Flugverkehr wurde eingestellt. In Spanien stürzte eine Sporthalle in Sant Boi de Llobregat bei Barcelona ein. Dabei wurden vier Kinder getötet und 16 weitere Personen verletzt. Sie hatten dort Schutz vor dem Sturm gesucht, als der starke Wind das Dach verschob und so eine Wand zum Einsturz brachte. In der Provinz Alicante brach ein Waldbrand aus, als eine gerissene Hochspannungsleitung Funken auslöste.

Top-5 der Spitzenböen vom 24. bis 25. Januar 2009.

Der Sturm schob gewaltige Flutwellen vor sich her. Eine Boje, die nach dem Sturm geborgen wurde, hatte an der spanischen Nordküste bei Santander eine Monsterwelle mit einer Höhe von 26 Meter gemeldet, die bislang größte Welle vor Spanien. Die Entstehung von Orkan KLAUS war besonders explosiv: Am 23. Januar 2009 braute sich nördlich der Azoren ein Sturmtief zusammen, als Polarluft auf Subtropikluft traf. Dieses entwickelte sich zu einem sogenannten Schnellläufer weiter. So fiel der Luftdruck innerhalb von 24 Stunden um 34 Hektopaskal.

Vor der nordspanischen Küste wühlt Orkan KLAUS den Atlantik ordentlich auf. Über zehn Meter hohe Riesenwellen schlagen an die Ufer. Vor der Hafenstadt La Coruña gerät ein Frachter in Seenot. Bis auf den Kapitän kann die Crew per Hubschrauber gerettet werden. Bild: dpa

Der Sturm zog dann über die Biskaya, wenig später am 24. Januar früh morgens überquerte sein Zentrum die französische Küste bei Bordeaux. Dort wurden Spitzenböen bis Tempo 170, in den Pyrenäen um Tempo 200 gemessen. An einigen Messstellen in Frankreich erreichte der Orkan eine Stärke, die alle dort zuvor gemessenen Werte übertraf. KLAUS verlagerte sich anschließend nach Südosten zum Golf von Genua, wo er auch in Italien Gebäude beschädigte. Das Unwetter richtete Schäden im Gesamtwert von umgerechnet 3,8 Milliarden US-Dollar an.

Im westfranzösischen Bordeaux brechen Mauern durch den Winddruck ein. Trümmerteile stürzen auf Autos. Bild: dpa

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