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Unwetter im Rückblick

Samstag, 27.01.2018

Starkes Hochwasser im Januar

Höchster Stand in Köln seit 2011

Ergiebige Regenfälle und Schneeschmelze haben im Januar 2018 gleich zwei stärkere Hochwasserereignisse ausgelöst. Besonders Rhein, Mosel und Donau sowie deren Nebenflüsse traten über die Ufer, Keller und Straßen standen unter Wasser.

Den Auftakt der Hochwasser-Serie bildete eine Flutkatstrophe am 4. Januar in Menzenschwand bei St. Blasien im Schwarzwald. Dort wurden Häuser überschwemmt und versanken im Schlamm, sogar Straßen wurden weggespült. Die Sachschäden gingen in die Millionen. Rasch stiegen dann auch die Pegel an Rhein, Donau und Mosel. Nach und nach wurde die Schifffahrt auf vielen Abschnitten eingestellt, auf der Mosel und dem gesamten Oberrhein sogar komplett. In einigen Orten grenzten die randvollen Flüsse an Gebäude.

In vielen vom Hochwasser betroffenen Städten bauten Feuerwehr und Hilfskräfte mobile Schutzwände gegen die Fluten auf, wie zum Beispiel in Koblenz, Köln und Düsseldorf. Das Deutsche Eck in Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet, stand tagelang unter Wasser. In unmittelbarer Nähe mussten Straßen und Parkplätze gesperrt werden. Auch in anderen Gemeinden entlang des Rheins waren ufernahe Wege und Straßen längere Zeit überschwemmt.

In Leutesdorf am Mittelrhein steht die komplette Uferpromenade unter Wasser. Bild: dpa

Am 8. Januar passierte die Scheitelwelle Köln und erreichte einen Höchststand von 8,78 Meter. Es war der höchste Stand seit Januar 2011. In Koblenz lag der Höchststand bei 7,90 Meter, in Trier bei 8,50 Meter. Nachfolgend sanken die Wasserstände vorübergehend, doch das nächste Hochwasser folgte ab dem 19. Januar. Erneut wurden an der Mosel einige Straßenabschnitte überflutet. Wenige Tage später überschritt der Rhein in Köln die Sieben-Meter-Marke.

Die Hochwasserwelle erreicht Köln: Die Rheinwiesen und ufernahe Wege stehen unter Wasser. Bild: dpa

Die Schifffahrt wurde auf vielen Abschnitten zum zweiten Mal in diesem Monat eingeschränkt oder gar ganz eingestellt. Die Pegel an Donau und Neckar überschritten die Höchstmarken vom vorangegangenen Hochwasser an mehreren Stellen. Zwischen Donauwörth und Regensburg erreichte das Donau-Hochwasser teils Meldestufe 3. Die Feuerwehr musste gerade erst abgebaute Hochwasser-Schutzwände wieder aufstellen. In Worms forderte die Stadt die Anwohner am Rhein auf, Sandsäcke bereitzuhalten. Fuß- und Radwege in Ufernähe wurden dort abgeriegelt.

Am Mittelrhein musste die Polizei wegen Überflutung Teile der B9 und der B42 sperren. In Koblenz erreichte der Rhein am 26. Januar einen Höchststand von fast 6,90 Meter. Einen Tag später wurden in Köln ein Pegelstand von 8,25 Meter, in Bonn von 7,73 Meter registriert. Dort hatten die Behörden vorsorglich Deichtore geschlossen und unter Wasser stehende Uferstraßen im Bereich der Promenade gesperrt. In der Düsseldorfer Altstadt wurden Zugänge zum alten Hafenbecken gesperrt.

Mit Ausnahme der Flutkatastrophe im Schwarzwald hielten sich die Schäden durch das Hochwasser insgesamt in Grenzen. Größere Verdienstausfälle mussten jedoch die Schiffskapitäne und Speditionen in Kauf nehmen.

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