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Unwetter im Rückblick

Dienstag, 23.01.2018

Schneemassen in den Alpen

Skiorte von Außenwelt isoliert

Starke Schneefälle haben ab dem 8. Januar 2018 zu chaotischen Verhältnissen in den Südalpen geführt. Besonders rund ums Matterhorn waren zeitweise Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Lawinen gingen ab.

Einige Orte im Aostatal, im Piemont sowie rund ums Matterhorn und im Saas-Tal waren nach ergiebigen Schneefällen und starken Schneeverwehungen nicht erreichbar, unter anderem die Gemeinde Breuil-Cervinia, die mit dem Skigebiet Zermatt verbunden ist. Dort saßen am 9. und 10. Januar 5000 Einwohner und Touristen fest. Aus Sicherheitsgründen wurde die einzige Straße in den Wintersportort geschlossen, nachdem dort rund drei Meter Schnee gefallen waren. Dabei wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen.

Zudem waren etwa 2000 Feriengäste im Saas-Tal für zwei Tage gefangen. Versorgungsprobleme gab es in den betroffenen Orten jedoch nicht. In der Gemeinde Rhêmes-Notre-Dame im Aostatal waren rund 50 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem dort eine Lawine abgegangen und in der Folge eine Zufahrtsstraße in den Ort blockiert war. Weiter südlich in Champoluc brachten die Behörden rund 100 Personen in Sicherheit, darunter 70 Touristen. In mehreren Gemeinden kam es zudem zu Stromausfällen.

Im Wintersportort Sestriere begrub eine Lawine ein Wohngebäude, in dem sich mehrere Familien befanden. Niemand wurde verletzt. 29 Personen mussten jedoch ihre Wohnungen verlassen. Im Skigebiet Schöneben-Haideralm in Südtirol ging eine Lawine ab und verschüttete mehrere Deutsche, ein Kind und dessen Mutter Tochter starben dabei. Nach einer ruhigen Phase stieg die Lawinengefahr in vielen Alpenregionen ab dem 21. Januar erneut an, teilweise galt die höchste Warnstufe. Nach einem Lawinenabgang am Geigelstein verstarb ein Mann.

Im französischen Wintersportort Chamonix mussten mehr als hundert Skihütten evakuiert werden. Die Behörden wiesen hunderte Menschen an, in ihren Häusern zu bleiben. Die Straße in Richtung Schweiz wurde für den Verkehr gesperrt. Einige Dörfer wurden dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Zermatt war wieder davon betroffen. Rund 9000 Gäste und Einheimische wurden aufgerufen, sich lediglich in Gebäuden oder im Dorfzentrum aufzuhalten. Wanderwege blieben ebenso wie Straßen und Bahnstrecken gesperrt.

Im österreichischen St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl waren ebenfalls Tausende Touristen eingeschneit. Einige Bahnstrecken waren wegen Lawinengefahr gesperrt. An gefährlichen Hängen lösten die Lawinendienste nach und nach kontrollierte Lawinen aus, an anderen Stellen wurden die Schneemassen geräumt. Nach stundenlangem Einsatz der Räumfahrzeuge wurde die Bahnstrecke nach Zermatt von Schneemassen befreit. Auch andere Orte waren nach ein bis drei Tagen wieder erreichbar.

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