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Unwetter im Rückblick

Montag, 17.09.2018

Hurrikan flutet North Carolina

Verwüstungen an der US-Ostküste

Überschwemmungen, Stromausfälle und 37 Tote: Hurrikan FLORENCE hat vom 14. bis 16. September den Südosten der USA mit Wassermassen geflutet. In wenigen Tagen prasselte teilweise so viel Regen wie in einem ganzen Jahr.

Hurrikan FLORENCE verursacht besonders in North Carolina schwere Überschwemmungen. Zusätzlich zu dem sintflutartigen Regen drückt der Wind das Meer in das Landesinnere. Bild: dpa

Am 14. September traf das Zentrum des Wirbelsturms bei Wrightsville Beach in North Carolina auf die Atlantikküste. Zu diesem Zeitpunkt erreichte FLORENCE als Kategorie-1-Hurrikan Windgeschwindigkeiten um 150 Kilometer pro Stunde. Viel gefährlicher waren jedoch die enormen Regenmengen, die FLORENCE im Gepäck hatte. So prasselten auf die Stadt Swansboro binnen weniger Tage rund 860 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Das ist mehr als das Anderthalbfache der Menge, die in Berlin im Durchschnitt in einem ganzen Jahr zusammenkommt.

Der Wirbelsturm kann viel Wärmeenergie und Feuchtigkeit über dem an der Küste verlaufenden Golfstrom aufnehmen. Durch seine sehr langsame Zuggeschwindigkeit regnet es in einigen Regionen so viel, wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Großflächige Überflutungen waren die Folge. Die zuständigen Behörden forderten bis zu 1,7 Millionen Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Menschen in der Region kämpften nach dem Durchzug des Tropensturms mit weiter ansteigenden Wasserständen der Flüsse. Die Flut erreichte an einigen Orten bis zu drei Metern Höhe. In der Stadt Wilmington waren Hunderte Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. In mehreren Bundesstaaten riefen die Gouverneure den Notstand aus. In Hunderttausenden Haushalten brach die Stromversorgung zusammen.

Mindestens 3,4 Millionen Nutztiere ertranken und der wirtschaftliche Sachschaden wird auf mehr als 1,7 Milliarden Dollar geschätzt. FLORENCE war der dritte Hurrikan und der erste schwere der atlantischen Hurrikansaison 2018. Er bildete sich am 4. September westlich der Kap Verden und intensivierte sich rasch zu einem Kategorie-4-Hurrikan nach der Saffir-Simpson-Skala. Vor Erreichen der US-Ostküste schwächte sich der Sturm rasch ab. In den am stärksten vom Sturm betroffenen Regionen regnete es noch tagelang weiter.

(WO/dpa)

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