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Unwetter im Rückblick

Montag, 24.04.2017

Eisige Nächte mitten im April

Millionenschäden nach Spätfrost

Ungewöhnlich kalte Nächte bis unter minus 5 Grad haben vom 18. bis 21. April 2017 enorme Schäden in Obstplantagen und in den Weinbergen verursacht. Viele Landwirte und Winzer hatten mit dramatischen Ernteausfällen zu kämpfen.

Die sogenannte Frostschutzberegnung dämmt mögliche Schäden wie hier an Heidelbeer-Sträuchern ein, wie hier in Schwarmstedt nördlich von Hannover. Bild: Dietmar Leitke

Die großflächigen Spätfröste im April waren in vielen Gebieten das schwerste Frostereignis seit 1991. Sie richteten in der Landschwirtschaft Schäden in dreistelliger Millionenhöhe an, über 100 Millionen Euro waren es allein in Baden-Württemberg. Insbesondere die Kulturen von Wein, Kern-, Stein- und Beerenobst litten unter den teils knackigen Nachtfrösten.

Die jungen empfindlichen Weinknospen fielen dem Frost zum Opfer. Schätzungsweise über 50.000 Hektar Fläche an der Mosel, in Rheinhessen, der Pfalz, in Franken, Württemberg, Südbaden und am Bodensee waren davon betroffen. Durch den wärmsten März seit Messbeginn im Jahr 1881 waren die Kulturen in ihrer Entwicklung bereits weit fortgeschritten: Obstbäume standen bereits Anfang April in voller Blüte, bei vielen entwickelten sich sogar schon junge Früchte. Diese reagierten sehr empfindlich auf Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes.

In einigen Gegenden Süddeutschlands wie zum Beispiel im Rems-Murr-Kreis fiel die Kirschen-, Apfel- und Birnenernte beinahe komplett aus. Gegenmaßnahmen durch Frostkerzen, Strohfeuer, Überfliegen mit Helikoptern oder auch Frostschutzberegnung konnten die Schäden oft nicht verhindern, da die Temperaturen zu tief abgesunken waren. Schwere Frostschäden wurden auch aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Polen gemeldet.

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