WetterOnline ( https://www.wetteronline.ch )

Unwetter im Rückblick

Freitag, 26.01.1990

Milliardenschäden durch DARIA

Orkan wütet in Teilen Europas

Orkan DARIA hat am 25. und 26. Januar 1990 Teile West- und Mitteleuropas heimgesucht. Dabei kamen 94 Menschen ums Leben, acht allein in Deutschland. DARIA gehört zu den verheerendsten Orkanen der vergangenen Jahrzehnte.

Orkan DARIA reißt am 25. Januar 1990 unzählige Bäume in Deutschland um. Dadurch entgleist auch ein Nahverkehrszug bei Babenhausen in Hessen. Der hintere Waggon wird dabei von dem bereits umgekippten vorderen Zugteil aufgerissen. Bild: dpa

Großes Chaos hinterließ der Orkan in Nord-, West- und Mitteleuropa, wo die Schäden sich auf umgerechnet rund 4,4 Milliarden Euro beliefen. Auf den Straßen und bei der Bahn ging teilweise nichts mehr, nachdem entwurzelte Bäume, abgerissene Äste und umgestürzte Plakatwände viele Straßen und Gleise blockiert hatten. Die Polizei forderte die Autofahrer auf, die Parkplätze anzusteuern und das Ende des Sturmes abzuwarten. Auf der A61 bei Koblenz kippten Orkanböen drei Lkw um, in Köln rissen sie einen schweren Baukran um.

In Deutschland werden mancherorts Spitzenböen über 150 Kilometer pro Stunde gemessen. Verbreitet erreichen die Böen 120 bis 130 Kilometer pro Stunde.

In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Häuser abgedeckt sowie Bäume umgeknickt. Die Feuerwehren rückten wegen der Sturmschäden zu unzähligen Einsätzen aus. Der Flughafen Köln-Bonn musste zeitweise die Startbahn sperren. Eine Halle wurde dort durch den Wind so stark beschädigt, dass sie einzustürzen drohte. Teile dieses Hangars begruben mehrere Autos unter sich. Vorübergehend musste die Stromversorgung des "Schnellen Brüters" in Kalkar unterbrochen werden, als durch Blitzschlag und Sturm zwei Strommasten abknickten.

Spitzenböen über Tempo 160 werden in Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens registriert.

In Ostfriesland warf der Sturm mehrere Hochspannungsmaste um, sodass in einigen Ortschaften der Strom ausfiel. Auf der Insel Sylt wurden Teile der Südspitze abgetragen. In Schleswig-Holstein stürzten rund 3000 Bäume um. Auch in anderen Regionen der Republik sowie in Großbritannien, Nordfrankreich und den Niederlanden kam es zu Stromausfällen und massiven Sturmschäden. Im Atomkraftwerk Gravilines in der Bretagne wurden fünf der sechs Blöcke abgeschaltet. Die Stromversorgung von Hunderttausenden Menschen brach zusammen.

Orkanböen bis Tempo 150 zerstören die Überdachung der Londoner U-Bahnstation Waterloo. In der Innenstadt werden zahlreiche Personen durch herabstürzende Gebäudeteile verletzt. Bild: dpa

Auch in Großbritannien hatten rund eine Million Haushalte keinen Strom. Nachdem der Sturm das Dach des Parlamentsgebäudes in London beschädigt hatte und Regenwasser eingedrungen war, räumte die Polizei die Lobby des Unterhauses. Über den Norden des Landes fegten Schneestürme hinweg, die zu massiven Verkehrsbehinderungen führten. An den Küsten gerieten einige Schiffe in Seenot. Der Fährverkehr im Ärmelkanal sowie zwischen Schottland und Nordirland wurde eingestellt.

Massive Sturmschäden gibt es in großen Teilen Englands. Viele Gebäude werden beschädigt. Bild: @johncurtinEA / Twitter

Orkan DARIA war der Auftakt einer Sturm-Serie, die bis Anfang März 1990 andauerte. Die teils starken Stürme tobten dabei im mildesten Winter des 20. Jahrhunderts, als sich eine starke Westdrift von den USA bis nach Europa ausgebildet hatte.

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...