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Unwetter im Rückblick

Donnerstag, 22.06.2017

Unwetter im Norden

Hagel, Tornado und Bahnchaos

Hagel, Sturmböen und ein Tornado: Heftige Gewitter haben am 22. Juni 2016 im Norden und Nordosten große Schäden und Chaos verursacht. Ein Mann kam ums Leben, der Bahnverkehr wurde im Norden zeitweise eingestellt.

Mit einer gewaltigen Böenwalze bricht am Vormittag ein heftiges Unwetter über den Norden Deutschland herein. Es ist der Auftakt einer Schwergewitterlage, die in weiten Teilen Deutschlands für Wetterkapriolen sorgt. Bild: Sylvia Euler

Schwere Unwetter hinterließen in großen Teilen Deutschlands viele Schäden. Zunächst war der Norden betroffen. Schon am Vormittag zog eine gewaltige Unwetterfront mit eindrucksvoller Böenwalze auf. Vor allem in der Region rund um Hamburg krachte und stürmte es ordentlich, im Stadtteil Harburg gab es sogar einen Tornado. Bei Uelzen in Niedersachsen stürzte ein Baum auf ein Auto und erschlug einen darin sitzenden Mann. Der Bahnverkehr im Norden wurde eingestellt, zehntausende Reisende saßen fest. Erst Tage später normalisierte sich die Lage.

Mehr als ein halbe Million Blitze werden über Mitteleuropa registriert, so viele wie nur selten. Daten: Nowcast

Nachfolgend bildeten sich im Westen Gewitterzellen, die teilweise innerhalb von wenigen Minuten förmlich explodierten. Besonders vom südlichen Nordrhein-Westfalen bis nach Hessen und Baden-Württemberg zogen teils sehr heftige Gewitter mit Hagel und schweren Sturmböen durch. In Göttingen prasselten innerhalb von kurzer Zeit bis zu 50 Liter Regen vom Himmel, im Umkreis gab es Schlammlawinen und Überschwemmungen. Die Gewitter trafen aber nicht jeden, regional blieb es auch den ganzen Tag trocken und mit bis zu 37 Grad drückend heiß.

Große Hagelgeschosse prasseln auf Rosdorf im Kreis Lemshausen (Niedersachsen) nieder und beschädigen Autos und Häuser. Bild: Mario Bretzler

In den Abendstunden erreichten die Gewitter den Osten Deutschlands, wo sie zu einem großen, zusammenhängenden Gewittercluster verschmolzen. Vor allem in Sachsen kam es dabei nochmals zu schweren Sturmböen, Hagel und hohen Regensummen. Von den Niederlanden zog in den Abendstunden eine Kaltfront mit viel Wind und neuen Gewittern in den Nordwesten Deutschlands, auch dabei gab es örtlich Unwetter. Im Süden passierte dagegen kaum etwas, von vereinzelten Gewittern abgesehen blieb es dort den ganzen Tag sonnig und drückend heiß.

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