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Unwetter im Rückblick

Samstag, 23.09.2017

Hurrikan wütete in der Karibik

Dominica fast komplett zerstört

Mit voller Wucht ist Hurrikan MARIA vom 18. bis zum 21. September 2017 über die Kleinen Antillen, Puerto Rico und die Dominikanische Republik gezogen. Besonders die Insel Dominica wurde verwüstet. Dutzende Menschen starben.

Das Satellitenbild zeigt den Zeitpunkt, als das Auge von Hurrikan MARIA genau über die Insel Dominica zieht. Bild: NOAA

Der kleine Inselstaat Dominica lag direkt unter der Zugbahn des Wirbelsturms, der kurz zuvor die höchste Hurrikan-Kategorie 5 erreicht hatte. Mit Windspitzen bis 350 Kilometer pro Stunde und heftigen Regenfällen traf MARIA die Insel. Dort kamen über 30 Menschen ums Leben. Ganze Wohnviertel wurden dem Erdboden gleichgemacht. Der Hurrikan zerstörte rund 90 Prozent der Gebäude. Er deckte auch Dächer von Notunterkünften ab. Einige Orte wurden durch zerstörte Straßen vom Rest der Insel abgeschnitten.

Die Gesamtsumme der Schäden auf Dominica wurde auf 931 Millionen US-Dollar geschätzt. Die Nachbarinsel Guadeloupe traf MARIA zwar nicht direkt, zog aber stundenlang mit Tempo 150 und heftigen Regenfällen über sie hinweg. Mindestens zwei Menschen starben. Viele Gebäude wurden beschädigt, vor allem durch abgedeckte Dächer. Der Wirbelsturm verwüstete Obstplantagen und Regenwälder. Die Schäden wurden auf mindestens 100 Millionen Euro beziffert. Ebenso schlimm sah es auf der Insel Martinique aus.

Auf der Karibikinsel Dominica beschädigte Hurrikan MARIA rund 90 Prozent aller Gebäude. Zwischenzeitlich gab es kaum Kontakt zur Außenwelt, weil die Strom- und Telefonverbindung zusammengebrochen waren. Bild: Regional Security System

MARIA erreichte am 20. September in voller Stärke als Hurrikan der Kategorie 5 die Jungferninseln. Er hinterließ dort immense Schäden, besonders am Stromnetz. Noch heftiger wütete der Wirbelsturm am selben Tag in Puerto Rico, wo die komplette Insel mit ihren rund 3,5 Millionen Einwohnern ohne Strom war. Unzählige Bäume wurden entlaubt, zudem lösten starke Regenfälle mit bis zu 500 Liter pro Quadratmeter Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Der Wirbelsturm schob gleichzeitig eine Sturmflut vor sich her, meterhohe Wellen trafen die Südküste.

Es mangelte an Trinkwasser, nicht mal die Hälfte der Bevölkerung konnte versorgt werden. Der Hurrikan forderte in Puerto Rico dort mindestens 60 Menschenleben. Als letztes traf MARIA dann die Dominikanische Republik, wo mehrere Hundert Häuser zerstört und beschädigt wurden. Tausende Gebäude wurden zudem überflutet. Auch in Haiti kam es zu schweren Überschwemmungen. Der Hurrikan erreichte zwar nicht die US-Küste, brachte dort aber unwetterartigen Regen. Die Aufräumarbeiten dauerten auf allen karibischen Inseln monatelang an.

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