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Mittwoch, 20.02.2019

Ernteausfälle drohen

Heuschreckenplage in Afrika

Eine alte biblische Plage scheint zurückzukehren: Aktuell breitet sich ein gewaltiger Heuschreckenschwarm in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel aus. Die UNO warnt vor dramatischen Ernteausfällen.

Ein Heuschreckenschwarm verdunkelt den Himmel in Madagaskar. Heuschreckenschwärme sind in Afrika nichts Besonderes, doch dieses Mal könnte sich eine der schlimmsten Plagen seit Jahrzehnten entwickeln.

Gewaltige Heuschreckenschwärme breiten sich derzeit in Teilen Afrikas und auf der Arabischen Halbinsel aus. Die Wüstenheuschrecken haben sich in den vergangenen Monaten explosionsartig vermehrt und bilden riesige Schwärme mit Hunderttausenden Tieren. Sie fressen innerhalb weniger Tage ganze Landstriche kahl und legen bis zu 150 Kilometer pro Tag zurück.

Die Wüstenheuschrecke kann pro Tag so viel Nahrung zu sich nehmen wie sie selbst wiegt, also etwa 2 Gramm. Schon ein kleiner Schwarm frisst ein Weizenfeld innerhalb weniger Stunden völlig kahl.

Die ersten kleineren Heuschreckenschwärme wurden zuerst im Dezember im Sudan und in Äthiopien gesichtet, haben aber inzwischen das Rote Meer überquert und sind auf der Arabischen Halbinsel eingefallen. In den vergangenen Monaten hat es dort viel geregnet, weite Teile der Wüste sind ergrünt. Die UNO befürchtet, dass die Heuschreckenpopulation in den kommenden Wochen rasch weiterwächst und einige Schwärme sogar Pakistan und Indien erreichen können. Dann wäre es wahrscheinlich die größte Plage seit der 1980er Jahre.

Blühende Savanne: Nach starken Regenfällen stehen weite Teile der Halbwüste im Sudan, in Äthiopien und der Arabischen Halbinsel in voller Blüte. Für Heuschrecken sind dies geradezu paradiesische Bedingungen.

Die Ursache der Heuschreckenplage sind starke Niederschläge im Dezember und Januar im Sudan und in Äthiopien. Infolgedessen haben sich große Teile der normalerweise wüstenähnlichen Landschaft in fruchtbares Grasland verwandelt, sodass Heuschrecken reichlich Nahrung finden. Dadurch ist die Population explosiv gewachsen. Die UNO befürchtet, dass in den kommenden Wochen ganze Ernten vernichtet werden, was wiederum eine Hungersnot in Teilen Afrikas zur Folge haben könnte.

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