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Klimawandel

Mittwoch, 14.06.2017

Klimawandel setzt Gletschern zu

Eisschild der Antarktis schmilzt

Lange haben Forscher angenommen, dass der Klimawandel die Antarktis kaum beeinflusst. Bei der Meereisbedeckung im Winter war bis vor wenigen Jahren sogar ein Wachstum zu verzeichnen. Doch inzwischen zeigt sich ein ganz anderes Bild.

Nach Messdaten der GRACE-Überwachungssatelliten der NASA gingen dem Südkontinent seit dem Jahr 2002 im Durchschnitt jährlich rund 125 Gigatonnen Eismasse verloren. Das sind 125 Milliarden Tonnen Eis, die an den Rändern des Kontinents jedes Jahr mehr abgeschmolzen sind, als in seinem Inneren durch neues Eis ersetzt werden konnte. Vor allem die Westantarktis ist von den Masseverlusten betroffen. Hier eine Video-Animation der NASA welche die Eisschmelze der letzten 14 Jahre an den Rändern des kilometerdicken Eisschildes der Antarktis zeigt.

Die Eisverluste der Antarktis von 2002 bis 2016 anhand der Beobachtungsdaten des GRACE-Satellitenüberwachungsprogramms der NASA. Je intensiver die Rottöne, desto alarmierender sind die Eisverluste. Bild: NASA

In den Jahren 2002 bis 2007 verlief der sommerliche Eisverlust noch vergleichsweise moderat, doch seither hat die Eisschmelze Fahrt aufgenommen und verläuft von Jahr zu Jahr rasanter. Inzwischen trägt sie durchschnittlich zu einem jährlichen Anstieg des Meeresspiegels von 0,35 Millimeter bei. Doch was nach wenig aussieht, addiert sich mit den Jahren zu einer ernst zu nehmenden Größenordnung: Allein in den vergangenen 14 Jahren sind es rund fünf Millimeter. Und das Tempo der auf den Klimawandel zurückzuführenden Eisschmelze nimmt weiter zu.

An den Rändern des eisigen Kontinents schmilzt das Eis in den Sommermonaten. Zudem brechen immer größere Eisberge von den Eisschelfen ab, wodurch der Gletschernachfluss vom Land her beschleunigt wird.

Scheinbar im Widerspruch zu diesen Beobachtungen stand zuletzt die Erkenntnis, dass die Ausdehnung der winterlichen Meereisbedeckung rund um die Antarktis bis zum Winter 2013 Jahr für Jahr gewachsen war. Forscher hatten dieses Phänomen mit der von warmen Luftströmungen besonders abgekoppelten Lage des Kontinents erklärt. Inzwischen hat die winterliche Meereisbedeckung aber wieder stark abgenommen und die westantarktischen Eisschelfe drohen durch Abbruch riesiger Eisberge zunehmend instabil zu werden.

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