WetterOnline ( http://www.wetteronline.ch )

Wetternews

Mittwoch, 15.08.2018

Allergiker leiden immer noch

Aggressive Ambrosiapollen

Der Gräserpollenflug ist schon fast zu Ende. Dafür blüht in einigen Landesteilen die Ambrosia-Pflanze, deren Pollen besonders aggressiv sind. Allergiker müssen daher regional mit Beschwerden rechnen.

Es muss nicht eine Erkältung sein: Vielleicht sind derzeit auch Ambrosiapollen die Ursache für den Schnupfen.

Die Pollensaison hat spät im Sommer noch einmal Unangenehmes zu bieten: Beifußpollen ärgern derzeit viele Allergiker. Aggressiver sind jedoch die Ambrosiapollen, die vor allem von Brandenburg bis nach Ostsachsen hohe Konzentrationen erreichen können. Inzwischen breitet sich die Pflanze auch in Südostbayern aus. Im Westen Deutschlands gibt es ebenfalls einzelne Gebiete, die von der Pflanze befallen sind. Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Beifuß-Ambrosie aus der Familie der Korbblütler ist auch als "Traubenkraut" bekannt.

Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Beifuß-Ambrosie aus der Familie der Korbblütler ist auch als "Aufrechtes Traubenkraut", "Beifußblättriges Traubenkraut" und im Englischen als "Ragweed" bekannt.

Für Menschen, die bereits an anderen Pollenallergien leiden, kann sich die saisonale Leidenszeit bei einer Ausweitung auf Ambrosiapollen um bis zu zwei Monate verlängern. Denn die Pflanze blüht später als die meisten heimischen Arten. Schon zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft genügen, um bei Allergikern juckende oder tränende Augen, Heuschnupfen sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit auszulösen. Viele Länder haben daher der Ambrosia den Kampf angesagt: In der Schweiz ist zum Beispiel jeder Bürger verpflichtet, Funde sofort zu melden.

Besonders große Bestände von Ambrosia sind in Südosteuropa anzutreffen. Bei entsprechender Großwetterlage werden die Pollen dann mit dem Wind über viele hundert Kilometer zum Teil bis nach Deutschland getragen.

In Deutschland gibt es derzeit noch kein einheitliches Vorgehen. Ein Vorkommen von Ambrosia zu melden, ist aber sinnvoll, um die weitere Ausbreitung einzudämmen. Einzelpflanzen kann man dabei selbst mit Handschuhen ausreißen und in einer Plastiktüte mit dem Hausmüll entsorgen. Bei bereits blühenden Pflanzen ist ein Mundschutz zu empfehlen. Aktuell sind in Bayern über 400 größere Ambrosia-Bestände dokumentiert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, heißt es in einer Pressemeldung des Bayerischen Gesundheitsministeriums.

Im Jahr 2007 startete in Bayern ein Aktionsprogramm zur Ambrosia-Bekämpfung mit dem Ziel, die Ausbreitung der hoch-allergenen Pflanze so weit wie möglich zu stoppen. Auch in Berlin beginnt derzeit ein Pilotprojekt. Im von der Ambrosia-Ausbreitung am stärksten betroffenen Bezirk Treptow-Köpenick sollen neben einer genauen Kartierung der befallenen Flächen Methoden erprobt werden, wie der mehrjährigen Variante der Pflanze am besten beizukommen ist.

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...