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Samstag, 02.10.2021

Vulkanausbruch geht weiter

Neuer Lavastrom auf La Palma

Der seit zwei Wochen andauernde Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma richtet immer größere Schäden an. Ascheregen und giftige Gase setzen den Bewohnern der Insel zu. Neue Lavaströme bedrohen bisher verschont gebliebene Wohngebiete und Bananenplantagen.

Seit dem 19. September spuckt der Vulkan auf La Palma fast pausenlos Asche und Lava. Inzwischen hat das ausgeworfene Material einen gut 300 Meter hohen Schlackenkegel aufgehäuft. Bild: dpa

Mehr als 1000 Gebäude und rund 30 Kilometer Straße wurden von den glühend heißen Lavaströmen bereits zerstört. Hinzu kommen landwirtschaftliche Nutzflächen und Gewächshäuser sowie eine ständige Bedrohung durch giftige Gase und feinste Aschepartikel in der Atemluft.

WetterReporter Marco Kaschuba ist vor Ort und zeigt Bilder der Eruptionen aus der Nacht.

Die Bewohner im Süden La Palmas werden durch den seit nunmehr zwei Wochen andauernden Vulkanausbruch auf eine harte Probe gestellt. Viele haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und sind auf Hilfe angewiesen. Die Schäden belaufen sich schon jetzt auf mehrere Hundert Millionen Euro.

Die Aschewolken steigen meist 3 bis 7 Kilometer hoch in die Atmosphäre auf. Dort zwingt der warme Luftstrom den sich ausbreitenden Wolken bisweilen konzentrische Ringmuster auf. Bild: Roque-de-los-Muchachos-Observatorium

Und diese Schäden werden mit jedem Tag, den die Eruptionen andauern, größer. Denn seit sich am 1. Oktober ein neuer Schlot geöffnet hat, bahnt sich auch ein neuer Lavastrom seinen Weg hangabwärts. Die Hoffnung der Behörden, dass dieser in den Laufweg der vorangegangenen Lavaströme münden könnte, hat sich leider nicht erfüllt. So ist damit zu rechnen, dass weitere Wohnhäuser, Betriebsgebäude und Ackerflächen - vor allem Bananenplantagen - der alles vernichtenden Lava zum Opfer fallen und noch mehr Menschen ihr Heim verlassen müssen.

Der Feuerberg und seine glühenden Lavaströme legen nachts rötliches Dämmerlicht über die Insel und schaffen zusammen mit dem unentwegten Rumoren des Vulkans eine gespenstische Atmosphäre. Bild: dpa

Trotz aller Zerstörung haben die Lavaflüsse immerhin auch einen positiven Aspekt: Die Insel wird größer. Denn der Haupt-Lavastrom hat längst die Küste erreicht und schiebt sich langsam ins Meer. Dabei hat sich schon eine rund 500 Meter breite Halbinsel gebildet, deren Wachstum allerdings Grenzen gesetzt sind. Denn der Küstensaum fällt nach wenigen Hundert Metern steil in die Tiefe ab, sodass auch die Lavazunge unweigerlich abrutschen muss. Weil sie daher nur noch wenig in die Länge wachsen kann, wird sie vor allem an Breite und Höhe gewinnen.

An der Küste hat sich durch die ins Meer stürzende Lava neues Land gebildet. Eine rund 500 Meter breite Halbinsel erstreckt sich in den Atlantik. Hält sie den Atlantikwellen stand, könnte sie in wenigen Jahren nutzbar sein. Bild: dpa

Wie lange die Eruptionen noch andauern, ist nach wie vor ungewiss. Zunächst waren Vulkanologen davon ausgegangen, dass die Magmakammer unter dem Berg nur etwa 20 Millionen Kubikmeter ausbruchsfähiges Magma enthält, sodass der Berg sich rasch beruhigen würde. Doch inzwischen sind schon mehr als 80 Millionen Kubikmeter Lava ausgetreten und es gibt Anzeichen dafür, dass aus der Tiefe fortlaufend frisches Magma nachfließt und das Reservoir immer wieder aufs Neue auffüllt. So könnte der Ausbruch statt Tagen noch Wochen oder sogar Monate andauern.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline-Redaktion)

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