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Mittwoch, 31.10.2012

Bilanz des Supersturms

"Sandy" verwüstet US-Ostküste

Der gewaltige Sturm "Sandy" hat an der US-amerikanischen Ostküste eine Spur der Verwüstung hinterlassen und mindestens 43 Menschen das Leben gekostet. Umstürzende Bäume legten in zahlreichen Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington Stromleitungen flach. Mehr als acht Millionen Haushalte waren ohne Strom. Eine Rekordsturmflut führte zu schweren Zerstörungen an der US-Ostküste, riss Häuser und Straßen weg. Im Norden des Bundesstaates New Jersey am Fluss Hackensack brach ein Damm, drei Kleinstädte wurden meterhoch überflutet.

New York: Zugänge zur Subway überschwemmt

Hurrikan "Sandy" schob eine gewaltige Sturmflut vor sich her. In New York wurden ganze Stadtviertel, Unterführungen, Tunnel und U-Bahn-Schächte überschwemmt. Bildquelle: Alison Joyce/ AFP

Besonders schlimm betroffen vom Unwetter war New York. Eine mehr als vier Meter hohe Sturmflut überschwemmte ganze Stadtteile, Tunnel und U-Bahn-Schächte standen unter Wasser. Der Handel an der Wall Street wurde abgesagt. Der öffentliche Nahverkehr kam im Nordosten der USA zum Erliegen, rund 15.000 Flüge wurden gestrichen. In mehreren Atomkraftwerken wurde Alarm ausgelöst, weil Hochwasser die Meiler zu überfluten drohte. Zu Zwischenfällen kam es aber nicht. Der Sturm brachte zudem in West Virginia und Pennsylvania heftige Schneefälle.

Enorme Regenmengen

An der Atlantikküste und an den Großen Seen kam sehr viel Regen zusammen. An der Ostküste des US-Bundesstaates Virginia wurden teilweise mehr als 200 Liter Regen innerhalb von zwei Tagen gemessen. Bildquelle: WetterOnline

Nach ersten Schätzungen werden die Schäden auf 30 bis 50 Milliarden Dollar beziffert, was "Sandy" zu einer der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA macht. Präsident Obama erklärte die betroffenden Regionen zum Katastrophengebiet. Die Behörden schätzen, dass es noch Tage oder gar Wochen dauern wird, bis alle Haushalte wieder Strom haben werden. Wann New York zur Normalität zurückkehren wird, ist noch nicht abzusehen. Es ist völlig unklar, wie groß der Schaden in den überfluteten U-Bahn-Schächten der Stadt ist.

Der riesige Wolkenwirbel im Satellitenbild

Der Hurrikan "Sandy" traf mit einem Kerndruck von weniger als 940 Hektopascal in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) auf die US-Küste. Gut zu erkennen ist die riesige Wolkenspirale des Sturms kurz vor seinem Landgang. Da es sich hierbei um eine Nachtaufnahme handelt, zeigt das Satellitenbild auch die künstlichen Lichtquellen, die von den Städten und Straßenbeleuchtungen stammen. Bildquelle: NASA Earth Observatory

Am Montagabend (Ortszeit) war "Sandy" mit Orkanböen von bis zu 130 Stundenkilometern in der Nähe von Atlantic City das Festland getroffen, dort wurde fast das gesamte Stadtgebiet überschwemmt. In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) zog der Wirbelsturm dann mit Orkanböen und sehr ergiebigem Regen landeinwärts. Dabei prallte er über Land mit kanadischer Kaltluft zusammen. Die extremen Temperaturgegensätze lieferten so viel Energie, dass sich "Sandy" in ein großräumiges, außertropisches Orkantief umwandeln konnte.

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