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Unwetter im Rückblick

Donnerstag, 14.01.2016

Hurrikan trifft die Azoren

Sturm-Saison beginnt früh

Ein für die Jahreszeit extrem seltener Hurrikan hat auf den Azoren gewütet. Seit über 60 Jahren gab es im Januar keinen Hurrikan mehr auf dem Atlantik. Die Schäden hielten sich in Grenzen.

Die Azoren wurden Mitte Januar von einem extrem seltenen Hurrikan getroffen. Er brachte Orkanböen und heftige Regenfälle. Bild: dpa

Hurrikan ALEX, so der Name des Sturm, ist der erste Tropensturm der Hurrikansaison 2016 gewesen. ALEX traf in der Nacht zum 15. Januar mit Spitzenböen über 150 Kilometer pro Stunde auf die Azoren, verursachte aber nur wenige Schäden. Sturmböen rissen Bäume um, die auf Stromleitungen stürzten. In der Folge kam es zu Stromausfällen. Nach heftigen Regenfällen wurden einige Häuser überflutet. Schulen und öffentliche Gebäude blieben geschlossen. Verletzt wurde niemand.

Im Zentrum des Sturms bildete sich sogar ein Auge. Mit Windspitzen bis 160 Stundenkilometer war ALEX ein Hurrikan der Kategorie 1.

Nach Überqueren des Inselarchipels schwächte sich ALEX rasch ab und zog als Tief nach Norden ab. Dort wurde er über dem kalten Nordatlantik von Höhenwinden zerrissen und verschmolz anschließend mit einem normalen Orkantief. Dennoch ging ALEX als erster reiner Januar-Hurrikan auf dem Atlantik seit über 70 Jahren in die meteorologischen Geschichtsbücher ein.

Wie selten ein solcher Hurrikan auf dem Atlantik im Winter ist, zeigt ein Blick in die Statistik. Hurrikan ALICE aus dem Jahr 1955 bildete sich schon im Dezember 1954. Damals zog der Wirbelsturm über die nördlichen Kleinen Antillen hinweg. Subtropische Stürme entstehen oft aus einem mit höhenkalter Luft gefüllten Trog, der so weit nach Süden ausgreift, dass er das warme, tropische Meerwasser des Atlantiks erreicht. Dadurch entstehen heftige Gewitter und in Einzelfällen sogar Tiefs mit tropischen Eigenschaften.

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