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Unwetter im Rückblick

Freitag, 16.08.2002

Rückblick: Die Elbeflut 2002

Noch nie dagewesene Pegelstände

Im August 2002 haben extreme Regenfälle zu einer Hochwasserkatastrophe an Elbe und Mulde geführt, bei der noch nie dagewesene Pegelstände beobachtet worden sind. Betroffen waren neben Deutschland auch Tschechien und Polen. Insgesamt kamen in allen drei Ländern 37 Menschen ums Leben, die Schäden betrugen mehr als 20 Milliarden Euro. Ursache für die Überschwemmungen war ein sehr intensives Tiefdruckgebiet, das auf einer sogenannten Fünf-b-Zugbahn vom Mittelmeer über die Alpen, Tschechien und Westpolen bis zur Ostsee zog.

Extreme Regenmengen am 12. August 2002

Am 12. August 2002 führte ein sogenanntes Fünf-b-Tief zu extremen Regenmengen im Einzugsgebiet der Elbe. Im Erzgebirge fielen an nur einem Tag örtlich mehr als 300 Liter Regen auf den Quadratmeter. Bildquelle: WetterOnline

Die höchsten Regenmengen traten am 12. August im gesamten Einzugsgebiet der Elbe auf. Im Erzgebirge prasselten an diesem Tag örtlich über 300 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Da der Boden in der Region durch vorangegangene Starkregenfälle schon gesättigt war, floss der Großteil sofort in die Bäche und Flüsse, die sprunghaft um teils mehrere Meter anstiegen. Die Folge waren verheerende Überschwemmungen, bei denen dutzende Dörfer überflutet wurden; Häuser, Straßen, Brücken und sogar Gleise wurden von den Wassermassen weggerissen.

Fluten überrollen Erzgebirgsdörfer

Schlottwitz am 12. August 2002. Die Straße nach Cunnersorf ist zu einem reißenden Fluss geworden, der Autos, Trümmer, Schlagbäume und sogar den Straßenbelag wegschwemmt. Bildquelle: Wikipedia, Harald Weber

In den folgenden Tagen flossen die Fluten aus dem Erzgebirge in die Elbe und trafen dort mit der Hochwasserwelle vom Oberlauf des Flusses zusammen. Die Folge waren Rekordpegelstände, in Dresden wurden 9,5 Meter und in Pirna sogar 11,5 Meter gemessen. Der Normalpegel der Elbe liegt in beiden Städten bei etwa 1,5 Meter. Da die Deiche für solche Wassermassen schlicht nicht gebaut waren, kam es verbreitet zu massiven Überflutungen. Auch die berühmte Semperoper in Dresden wurde überschwemmt, allein dabei entstand ein Schaden von 27 Millionen Euro.

Dresden kämpft mit dem Hochwasser

In Dresden erreichten die Pegelstände nie dagewesene Rekordwerte. Mit Notdeichen aus Sandsäcken und Pumpen wird verzweifelt versucht, das Wasser aus der Stadt zu halten. Bildquelle: Technisches Hilfswerk, Ortsverband Dresden

Nicht nur in Dresden, sondern auch weiter flussabwärts kam es entlang der Elbe verbreitet zu Überschwemmungen. Im Chemiepark Bitterfeld in Sachsen-Anhalt konnte eine Umweltkatastrophe unabsehbaren Ausmaßes nur durch einen massiven Hilfseinsatz gerade noch verhindert werden. Dank einer massiven Deichsicherung und -erhöhung mit Einsatz von tausenden Helfern hielten die Deiche in den Städten am Unterlauf dem Druck der Elbe stand. Auch hier wurden verbreitet Rekordpegelstände gemessen.

Ende August gingen die Pegel entlang der Elbe allmählich zurück. Doch vor allem das Grundwasser blieb noch den gesamten darauffolgenden Herbst und Winter hoch, was zu weiteren Schäden führte. Ursache für das Rekordhochwasser an der Elbe waren nicht nur die extremen Regenfälle, sondern auch die starke Bebauung, Eindeichung und Begradigung der Elbe. Dadurch hatte das Hochwasser keinen Raum um sich ausbreiten zu können, was zu deutlich höheren Pegelständen und sehr hohen Fließgeschwindigkeiten im Fluss geführt hat.

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