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Montag, 10.02.2020

Orkantief hält das Land in Atem

Viele Schäden durch Sturm SABINE

Sturm SABINE hat Deutschland bereits im Vorfeld in Atem gehalten. Ab Sonntagnachmittag schien das Land lahmgelegt. Keine Züge, keine Flüge, abgesagte Kulturevents und die Feuerwehr in Alarmbereitschaft. Und dann legt SABINE los.

SABINE hält Deutschland in Atem. Der starke Wind richtet stellenweise massive Schäden an. Wir haben die Lage im Video zusammengefasst.

Orkantief SABINE bremst die meisten Verkehrsverbindungen aus. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn steht von Sonntagabend bis mindestens Montagvormittag still, auch viele Regionalbahnen fahren nicht mehr. Einige Züge sind zuvor in umgestürzte Bäume gefahren. Verletzt wurde dabei niemand. An den Flughäfen fallen landesweit Tausende Flüge aus. Auch viele Straßen und sogar einige Autobahnen sind aufgrund umgestürzter Bäume bis weit in den Montag hinein gesperrt, darunter die A4 Aachen Richtung Köln und die A45 Dortmund Richtung Gießen.

Aber nicht nur den Tagesablauf Hunderttausender Pendler, auch den vieler Familien mit Schulkindern wirbelt SABINE durcheinander: In vielen deutschen Schulen fällt der Unterricht aus, etwa in etlichen Großstädten Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen von Bayern, Hessen, Niedersachsen und Bremen.

Der Ausleger eines Baukrans wurde vom Orkantief auf das Dach des Frankfurter Doms gerissen. Bild: dpa

Es gab einige Verletzte, aber nach ersten Erkenntnissen keine Todesopfer. In Saarbrücken wurden zwei Fußgänger durch einen umstürzenden Baum, in Paderborn ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast schwer verletzt. In Mülheim an der Ruhr hatten zwei Insassen eines Autos riesiges Glück: Ein 25 Meter hoher Baum erwischte ihren fahrenden Wagen im hinteren Bereich. Nur leicht verletzt kamen sie in ein Krankenhaus.

Am Dom von Frankfurt am Main knickte der Wind den Ausleger eines Baukrans um und drückte ihn zum Teil durch das Dach der Kirche. In Borken im Münsterland wurde die Giebelwand eines Wohnhauses durch den Sturm eingerissen. Die sieben Anwohner kommen mit dem Schrecken davon, das Haus muss nun abgerissen werden. In der Grafschaft Bentheim war ein Baum durch den Sturm auf eine Überlandleitung gekippt und hatte daraufhin einen Kurzschluss ausgelöst und Feuer gefangen. Allein in Hamburg musste die Feuerwehr zu 300 sturmbedingten Einsätzen ausrücken.

Die bisherigen Spitzenböen wurden auf den Gipfeln der Mittelgebirge gemessen. Aber auch in Fürstenzell in Niederbayern erreichte der Sturm extreme Böen bis 155 Stundenkilometer.

Insgesamt fällt der Sturm aber schwächer aus als befürchtet. Verbreitet wurden schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 Kilometer pro Stunde gemessen, vereinzelt gab es aber auch bis ins Flachland Orkanböen von über 120 Stundenkilometer. Über die Gipfel der Mittelgebirge fegten Böen mit Tempo 150 bis 180. Damit ist SABINE ein Sturm, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt und damit deutlich schwächer als Orkan LOTHER (1999) oder KYRILL (2007).

(Ein Bericht von Denis Möller aus der WetterOnline Redaktion mit Material von dpa)

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