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Markante Hochwasserlage steht bevor – WetterReporter berichtet

11:03
10. Dezember 2023

WetterReporter berichtet
Markante Hochwasserlage steht bevor

Die winterliche Wetterlage geht zu Ende und mildes und nasses Tauwetter setzt ein. Damit steigt die Hochwassergefahr in der nächsten Woche deutlich an. Unser WetterReporter Dr. David Volken schätzt im Video die Lage ein.

Eine milde Westwindlage sorgt bis in die nächste Woche hinein für Tauwetter mit regional viel Regen. Bis zur Wochenmitte berechnen die Wettermodelle im Flachland 30 bis 80, am Alpennordhang 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter.

Am meisten Regen fällt nach aktuellem Stand im Unterwallis sowie von den Berner bis zu den Glarner Alpen. Lokal sind dort sogar bis 150 Liter pro Quadratmeter denkbar. Es bestehen aber derzeit noch wesentliche Unsicherheiten.

Hochwasserlage durch viele Faktoren begünstigt

Durch die hohe Schneefallgrenze – diese liegt zeitweise auf 2000 Meter oder sogar noch höher – fällt ein Grossteil des Niederschlags als Regen und wird nicht in Form von Schnee gebunden.

RegensummenBis Mitte nächster Woche kommt am Alpennordhang sehr viel Regen zusammen. Violette Farben zeigen Mengen über 100 Liter pro Quadratmeter.

Dadurch steigt die Hochwassergefahr an vielen Gewässern auf der Alpennordseite an. Neben den Niederschlagsmengen und der Schneefallgrenze gibt es noch andere Faktoren, die die Hochwassergefahr zusätzlich verschärfen.

Schneeschmelze und Bodenfeuchte

  • Die Schneeschmelze nimmt mit den steigenden Temperaturen und dem Wärmeeintrag durch Regen und Wind Fahrt auf. Der Schnee im Flachland wird komplett verschwinden und in mittleren Höhenlagen um 15 bis über 40 Zentimeter schrumpfen. Das Schmelzwasser gelangt zusätzlich in die Bäche und Flüsse.

  • Die Böden sind bereits vollständig gesättigt. Auf aperen Feldern und Wiesen haben sich bereits Pfützen gebildet. Regen und Schmelzwasser können nicht mehr aufgenommen werden und gelangen direkt in die Abflüsse.

  • Die Vegetation ruht zu dieser Jahreszeit und entzieht den Böden kaum Wasser. Es verdunstet auch nichts über die Blätter, wie dies etwa im Frühling der Fall wäre.

  • Flüsse und Seen sind nach der nassen Witterung der vergangenen Wochen bereits randvoll. Etwa der Pegel des Bodensees befindet sich auf Rekordniveau für diese Jahreszeit.

Der Höhepunkt der Hochwasserlage wird in den Oberläufen wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch erreicht, in den Seen und grossen Flüssen im Flachland vermutlich erst am Donnerstag.

WetterlageEin Tief lenkt milde und feuchte Luft zu uns. Die Schneefallgrenze steigt bis in hohe Lagen.

Es ist möglich, dass Flüsse über die Ufer treten und Vorländer geflutet werden. Einschränkungen für die Rheinschifffahrt sind sehr wahrscheinlich.

Neben der Hochwassergefahr nimmt im steilen Gelände die Gefahr von Erdrutschen sowie Nass- und Gleitschneelawinen zu. In den höchsten Lagen oberhalb von 2500 Metern steigt die Lawinengefahr durch grosse Neu- und Triebschneeansammlungen.

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