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Zu wenig Schnee
Gletscher schlecht auf Hitze vorbereitet

Eine intensive und voraussichtlich auch länger anhaltende Hitzewelle steht an. Unsere Gletscher sind darauf nach einem schneearmen Winter und Frühjahr leider ziemlich schlecht vorbereitet.

Schon in den kalten Monaten hat die Schneehöhe sowohl in den Nord- als auch in den Südalpen die meiste Zeit nur 50 bis 70 Prozent des 30-Jahres-Durchschnitts erreicht.

Links: Eine Temperaturkarte vom Aletschgebiet zeigt 9 Grad auf der Gletscherzunge an. Rechts: Ein Bild vom unteren Teil der Gletscherzunge zeigt bereits freiliegendes Eis ohne Schneeschutz.
TemperaturRadar: Auf den Bergen wird es bis Freitag immer wärmer. Der Grosse Aletschgletscher ist in den unteren Bereichen bereits aper. - © foto-webcam.eu

Auch jetzt im Frühsommer sieht es nicht besser aus. Zwar gab es zwischendurch kühlere Phasen wie die Eisheiligen und die Schafskälte. Das eigentliche Problem war aber nicht die Temperatur, sondern der wenige Niederschlag. In der Schweiz und in Österreich liegt deshalb aktuell nur etwa halb so viel Schnee wie im Klimamittel:

MessstationHöheaktuelllangj. Mittel
Bortelsee (Walliser Alpen)2517 m50 cm155 cm
Gandegg (Berner Alpen)2710 m120 cm185 cm
Pitztaler Gletscher (Tirol)2837 m62 cm140 cm

Nun wird es in den kommenden Tagen im Hochgebirge immer wärmer. Ab Donnerstag liegen die Höchsttemperaturen in 3000 Metern dann bei 12 Grad. Zum Wochenwechsel könnte vorübergehend sogar noch etwas wärmere Luft ankommen.

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In den untersten Bereichen des Hintereisferners in Tirol schaut derzeit das blanke Eis heraus. - © foto-webcam.eu

In Kombination mit zeitweise hoher Luftfeuchtigkeit, Sonnenschein und einzelnen Regenschauern werden die Schneereste rasch dahinschmelzen.

Zudem ist noch kein eindeutiges Ende der ungewöhnlich hohen Temperaturen in Sicht. Womöglich sind schon Ende Juni nur noch die höchstgelegenen Bereiche der Gletscher von Schnee geschützt. Wo das Eis blank liegt, geht es dann schnell: An einem sehr warmen Sommertag gehen rund 10 Zentimeter Eisdicke verloren.

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