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Wetterrückblick

Freitag, 28.02.2020

Rückblick Winter 2019/20

Ein Winter ohne Winter

Der Winter 2019/20 war der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Schnee und Frost blieben im Flachland absolut Mangelware. Beim Regen und auch beim Sonnenschein zeigten sich regional große Unterschiede.

Schnee blieb im Winter selbst in den Bergen Mangelware. Häufig war es bis auf 1000 Meter Höhe grün wie hier im Allgäu.

Mit einer Mitteltemperatur von 4,1 Grad fiel der Winter 2019/20 über zweieinhalb Grad milder als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre aus. Damit war es nach 2006/07 der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Im Nordosten steht er sogar an der Spitze aller Winter der vergangenen 140 Jahre. Bereits der Dezember brachte oft milde Luft und die Temperaturen stiegen häufig auf 10 Grad und mehr. Auch im Januar und Februar gab es kaum Winterwetter. Mitte Februar wurde im Südwesten schon die 20-Grad-Marke geknackt.

Mit durchschnittlich 4,1 Grad hat der Winter 2019/20 seinen Namen kaum verdient.

Besonders in Norddeutschland und entlang des Rheins gab es im gesamten Winter nicht einen Tag mit Dauerfrost oder einer Schneedecke. Sogar in den Mittelgebirgen blieb es nur selten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Im Westen und Norden kamen viele Orte selbst in den kältesten Phasen nicht über leichten Nachtfrost hinaus. Strengen Frost mit Tiefstwerten von unter minus 10 Grad suchte man im Flachland vergebens. Ende Februar sprießte im Westen und Nordwesten bereits das Gras, da der Vegetationsbeginn der Natur erreicht wurde.

Im Winter kamen im Mittel rund 225 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen. Die regionalen Unterschiede waren allerdings groß.

Mit durchschnittlich 225 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war der Winter 2019/20 ähnlich nass wie sein Vorgänger. Dies ist etwas mehr als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Während der Dezember und der Januar im Mittel ein wenig trockener als im Mittel ausfielen, war der Februar fast landesweit überdurchschnittlich nass. Absolut gesehen fiel in Teilen Ostdeutschlands am wenigsten Regen. Dort reichte es teils nur für rund 80 Liter. Deutlich nasser war es in den Bergen. Im Schwarzwald kamen örtlich 800 Liter Niederschlag zusammen.

Die durchschnittlichen rund 185 Sonnenstunden täuschen ein wenig über die großen Unterschiede zwischen einem trüben Norden und sonnigen Süden hinweg.

Mit 185 Sonnenstunden war der Februar unterm Strich durchschnittlich sonnig. Über den gesamten Winter hinweg gab es dabei ein klares Süd-Nord-Gefälle. Durch die zahlreichen Hochdrucklagen schien die Sonne im Süden teils über 300 Stunden lang. Mit knapp 400 Stunden war es auf der Zugspitze am sonnigsten. Der Norden des Landes präsentierte sich hingegen vielfach trüb. So gab es an der Grenze zu Dänemark lediglich rund 70 Sonnenstunden, was nur 50 Prozent der Durchschnittssumme der vergangenen 30 Jahre entspricht.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline Redaktion)

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