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Wetterrückblick

Mittwoch, 31.10.2012

Rückblick Oktober 2012

Goldener Kern und Wetterextreme

Der Oktober 2012 ist durch seinen außerordentlichen Facettenreichtum aufgefallen. Obwohl er von allem etwas zu bieten hatte, blieb seine Niederschlags- und Sonnenscheinbilanz ausgewogen und die Temperaturen lagen nur wenig unter dem Klimamittel. So verlief der Monat zunächst wechselhaft und häufig kühl, bevor etwa ab der Monatsmitte ein goldener und warmer, regional sogar von Rekordtemperaturen gekrönter Witterungsabschnitt folgte. Zum Monatsende hin brachte dann ein markanter Kälteeinbruch vielfach den ersten Schnee und frostige Nächte.

Ursache des turbulenten Auf und Ab bei den Temperaturen war der mehrfach abrupte Wechsel der Windrichtung. Kam der Wind zunächst noch aus Westen, drehte er zur Monatsmitte auf Süd und brachte Warmluft aus der Sahara mit. In ihr wurde es um das dritte Wochenende des Monats vielfach 20 bis 25 Grad warm. Die höchsten Werte wurden am 19. Oktober bei Föhn mit 28 Grad am Alpenrand und am Nordrand des Harzes gemessen. Auf dem Hohenpeißenberg wurde in fast 1.000 Meter Höhe mit 26,9 Grad sogar ein Allzeit-Wärmerekord für diesen Herbstmonat verzeichnet.

Trotz kühler Mitteltemperatur noch mitten im Normalbereich

Mit einer Durchschnittstemperatur von 8,7 Grad blieb der Oktober 2012 ein halbes Grad hinter dem klimatischen Mittel des Vergleichszeitraums.

War es noch am 22. im westlichen Deutschland bis zu 24 Grad warm, drehte der Wind sodann auf Nord und lenkte arktische Kaltluft heran. Damit vollzog sich binnen weniger Tage ein tiefer Absturz vom Spätsommer direkt in den Frühwinter: Von der Landesmitte bis zu den Alpen fiel der erste Schnee, der regional sogar im Flachland liegen blieb. Hinzu kamen erste, richtig eisige Nächte. Kälteste Region war der Thüringer Wald, wo am Morgen des 29. bis zu minus 10 Grad gemessen wurden. Direkt am Erdboden gab es verbreitet sogar zweistellige Minusgrade.

Extreme Gegensätze nicht nur bei den Temperaturen

Links: Spätsommer um den 20. Oktober. - Rechts: Markanter Wintereinbruch in vielen Landesteilen am letzten Oktoberwochenende.

Bei den Niederschlägen zeigte sich der Monat weniger launisch. So kamen mit etwa 60 Liter Regen pro Quadratmeter rund 95 Prozent des klimatischen Mittels zusammen, womit die Regenbilanz trotz großer regionaler Unterschiede im Normalbereich lag. Am nassesten war es mit über 160 Liter je Quadratmeter am oberen Bodensee, trockenste Region war der Osten, wo in Leipzig nicht einmal 15 Liter gemessen wurden. Dafür wurde in Sachsen mit bis zu 20 Zentimeter die höchste Oktober-Schneedecke seit Aufzeichnungsbeginn registriert.

Niederschlag: Mittelwert fast genau getroffen!

Vor allem in der östlichen Landesmitte fiel ein guter Teil der Niederschlagssumme bis ins Flachland als Schnee. In den meisten Landesteilen fielen die Niederschläge jedoch noch größtenteils in flüssiger Form.

Angesichts der goldenen Phase vor dem so frühen Wintereinbruch überrascht es kaum, dass die Sonnenscheinbilanz im Oktober trotz der häufig trüben ersten Monatshälfte mit rund 113 Stunden letztlich noch leicht über dem Durchschnitt der Vergleichsjahre (106 Stunden) lag. Am häufigsten zeigte sich die Sonne über den Herbstnebelfeldern im Bergland, wo auf der Zugspitze fast 180 Sonnenstunden registriert wurden. Im Flachland war es mit rund 140 Stunden in Brandenburg am sonnigsten, Helgoland brachte es nur auf spärliche 75 Stunden Sonne.

Leicht überdurchschnittliche Zahl an Sonnenstunden

Trotz vor allem in der ersten Monatshälfte häufig trüben Himmels brachte es der Monat auf eine recht ansehnliche Zahl von Sonnenstunden und wurde seinem Beinamen "Goldener Oktober" durchaus noch gerecht.

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