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Montag, 18.03.2019

Wirbelsturm bringt Zerstörung

Mosambik: Katastrophe durch IDAI

Weite Landesteile von Mosambik sind überflutet und eine Großstadt seit Tagen ohne Strom von der Außenwelt abgeschnitten. Helfer schlagen nach dem tropischen Wirbelsturm IDAI Alarm. Und der Präsident warnt vor einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes.

Das Leben muss irgendwie weitergehen: Zwischen den Trümmern, die Tropensturm IDA in Beira hinterlassen hat, hängt eine Frau Kleidung zum Trocknen auf. Bild: dpa

Der schwere tropische Wirbelsturm IDAI hat in Mosambik ein Bild des Grauens hinterlassen - und eine noch ungeklärte, vermutlich enorm hohe Zahl von Todesopfern. Ganze Landstriche sind verwüstet, Dörfer und Städte stehen unter Wasser, aus Häusern werden Ruinen und ganze Ernten von den Fluten mitgerissen. Hunderttausende Menschen sitzen weiterhin ohne Strom und Handynetz im Krisengebiet fest. Viele Orte sind wegen der Überschwemmungen komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Zahl der Toten infolge des Sturms in Mosambik könnte nach Angaben von Präsident Filipe Nyusi auf bis zu 1000 oder sogar mehr ansteigen. Bislang sind erst 84 Todesfälle bestätigt, doch Einschätzungen von Helfern und der Anblick des Gebiets aus der Luft ließen auf eine verheerende Katastrophe schließen, sagte der Präsident. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, mindestens 1300 Menschen wurden laut Katastrophenschutz verletzt. Im benachbarten Simbabwe sprach die Regierung von bislang 89 Toten und Hunderten Vermissten.

Wirbelsturm IDA hat Tausende Menschen obdachlos gemacht. Bild: dpa

Die Hafenstadt Beira mit rund 500.000 Einwohnern ist seit dem Eintreffen des Sturms ohne Strom, ohne Kommunikationsnetz und ohne Landverbindung zur Außenwelt. Erst am Sonntag konnten Helfer erstmals mit Hubschraubern auf dem beschädigten Flughafen der Stadt landen und dank Satellitentelefonen über die Schwere der Katastrophe berichten. "Das Ausmaß der Zerstörung ist enorm. Es scheint, dass 90 Prozent des Gebietes komplett zerstört sind", erklärte ein leitender Mitarbeiter des Roten Kreuzes.

Das WetterRadar für Mosambik zeigt den mächtigen Wirbelsturm am Donnerstagabend an der Küste bei Beira, das besonders schwer getroffen wurde.

Der Zyklon mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean her kommend in der Nähe der Großstadt Beira in Mosambik auf Land getroffen. Es folgten massive Überschwemmungen durch eine Sturmflut vom Meer und durch sintflutartige Regenfälle. Mosambik wird immer wieder von schweren Wirbelstürmen getroffen. Der Zyklon FAVIO etwa hatte 2007 rund 130.000 Häuser beschädigt und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen.

(WO/dpa)

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