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Donnerstag, 29.10.2020

Ideale Zeit für Sammler

Viele Pilze durch milden Herbst

Die Pilze schießen sprichwörtlich aus dem Boden. Die Bedingungen sind durch das anhaltend feuchte und milde Wetter ideal. Welchen Einfluss das Wetter auf das Pilzwachstum hat und worauf man beim Pilzesammeln achten muss, erfahren Sie im Folgenden.

Pilze mögen es warm und feucht. Die Monate September und Oktober gelten als Hauptsaison für Pilzsammler. Durch die Wärme und den anhaltenden Regen aber begann die Pilzsaison in diesem Jahr im Süden Deutschlands bereits im August. "Wenn sich die milde und feuchte Witterung noch eine Weile hält, könnte die Pilzernte im ganzen Land noch gut bis in den November hinein andauern", weiß Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Je nach Art sprießen die Pilze zu unterschiedlichen Zeiten. "Einige von ihnen wachsen besser, wenn es mehr regnet, andere können besser mit Temperaturen gegen 0 Grad umgehen. Biologen haben beobachtet, dass sich das Pilzspektrum über die letzten Jahre verändert hat. Es gibt Pilzarten, die vermehrt auftreten und solche, die seltener werden. Möglicherweise ist dies der Klimaerwärmung geschuldet", erklärt Goldhausen. "Pilze sind übrigens weder Tiere noch Pflanzen, sie bilden vielmehr ein ganz eigenes Reich von Lebewesen."

Laut Bundesnaturschutzgesetz darf nur an Stellen gesammelt werden, die keinem Betretungsverbot unterliegen. Ein generelles Sammelverbot gilt in öffentlichen Parks, Naturschutzgebieten, Nationalparks sowie auf eingezäunten Waldflächen und Flächen, auf denen Holz geschlagen wird. Aus gesundheitlichen Gründen sollten Orte wie Industriegebiete und viel befahrene Straßen gemieden werden. Pilze nehmen giftige Ablagerungen stärker auf als Pflanzen. Zu bevorzugen sind naturbelassene Gebiete, in denen ein ausreichendes Pilzwachstum herrscht.

Zu fast jedem essbaren Pilz gibt es ein giftiges bis hochgiftiges Gegenstück, das dem Speisepilz zum Verwechseln ähneln kann. Deswegen sollten Pilze ohne Expertenhilfe nur dann geerntet und gegessen werden, wenn diese wirklich genau bekannt sind. Bei einigen Pilzen, die früher als Speisepilz galten, wird mittlerweile vom Verzehr abgeraten. Nicht alle essbaren Pilze kann man roh genießen, denn in diesem Zustand können sie teilweise auch giftig sein. Geprüfte Pilzsachverständige können bei allen Unsicherheiten helfen.

Beim Sammeln von Pilzen ist auf die in Deutschland vorgeschriebene Höchstmenge zu achten. Je nach Bundesland ist diese unterschiedlich festgelegt. In den meisten Fällen gilt jedoch 1 Kilogramm pro Person und Tag für den Eigenbedarf. Wer dennoch kiloweise Pilze aus dem Wald schleppt und dabei erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro.

(Ein Bericht von Denis Möller aus der WetterOnline-Redaktion)

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