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Wetternews

Mittwoch, 21.10.2020

Grenzen der Wettervorhersage

Langfristprognosen vs. Realität

Wie wird das Wetter an Weihnachten und blüht uns nächstes Jahr schon wieder ein Hitzesommer? Alles Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen. Doch der Wettervorhersage sind Grenzen gesetzt und manche Antworten gehören eher in den Bereich der Magie, als in eine seriöse Wissenschaft.

It's magic: Weihnachten wird weiß und der Sommer viel zu heiß. Jedes Jahr aufs Neue geistern detaillierte Vorhersagen durch das Netz.

Langfristvorhersagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und viele versuchen sich daran. Teils bekommt man sogar explizite Vorhersagen von Temperatur, Regen und Wetter für mehrere Monate im Voraus. Diese vermeintlichen Vorhersagen stützen sich dabei auf unterschiedliche Quellen. Das sind zum einen Wettermodelle, die die Witterung mittlerweile Wochen oder gar Monate in die Zukunft berechnen, zum anderen aber auch Bauernregeln.

Generell muss man aber zwischen einer seriösen Wettervorhersage, einem Witterungstrend und übersinnlichen Vorahnungen unterscheiden. Auch wenn überlieferte Bauernregeln zum Teil aus jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen entstanden sind, sind sie dennoch keine seriöse Vorlage für den Witterungsverlauf. Weit vorausrechnende Wettermodelle sind rein experimentell und leider sind die Ergebnisse häufig nicht gut. Mehr als grobe Temperatur- und Regenabweichungen lassen sich daraus nicht ableiten.

Ein über Wochen und Monate vorhergesagter Schneefall kann ebenso zu Irritationen führen wie dieses Schild.

Detaillierte Vorhersagen von Temperatur, Wolken und Regen sind meist nur 3 bis 7 Tage im Voraus möglich. Bei komplexen Wetterlagen ist eine genaue Vorhersage selbst für den Folgetag manchmal sehr schwierig und wir Wetterfrösche sehen dann mitunter richtig alt aus. Selbst bei sehr stabilen Hochdrucklagen ist bei 8, im Extremfall 10 Tagen in der Zukunft Schluss. Alles was über dieses Zeitfenster hinaus geht, ist lediglich als Witterungstendenz zu verstehen.

In diesem Fall wird versucht, Entwicklungen der Wetterlage zu deuten und eine Wahrscheinlichkeit daraus abzuleiten. Die entsprechenden Bewertungen beschränken sich dabei aber maximal auf den Trend hin zu wärmerem, kühlerem, feuchterem oder trockenerem Wetter als bisher. Genaue Aussagen über Temperaturen, Regenmengen oder die Wolkenverteilung können nicht getroffen werden.

Wer sich auf Langfristvorhersagen verlässt, steht am Ende nicht selten im Regen.

Zu Vorhersagen für eine ganze Jahreszeit oder gar einem Jahrestrend empfiehlt sich eine kritische Distanz: Experimentelle Berechnungen von Wettermodellen können zwar zum Beispiel einen extrem warmen Monat sehen, dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass es zwischenzeitlich auch mal richtig kalt wird. Der Nutzen der Aussage ist also zweifelhaft. Wer also demnächst liest "Weihnachten wird's weiß" oder "Der nächste Hitzesommer rollt an", kann sich entspannt zurücklehnen, denn der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ist sehr gering.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline Redaktion)

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