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Donnerstag, 13.05.2021

Eisheilige: Sturm statt Frost?

Wetter bis Pfingsten unterkühlt

Der Mai wird seinem Ruf als Wonnemonat nicht gerecht. Nach dem unterkühlten Vatertag sieht es auch bis Pfingsten nicht viel besser aus. Selbst ein weiterer Mai-Sturm ist möglich. Frost bringen die Eisheilige aber nicht mehr.

Sonne und Regenschauer im raschen Wechsel - so geht es auch in der nächsten Woche weiter. Bild: Denis Möller

Das kommende Wochenende wird kaum besser als das Wetter an Vatertag. Das kräftige Tief LOTHAR bringt vom Atlantik mit einem lebhaften Wind neue Regenwolken und Polarluft mit. Zuvor kann das Wetter in Berlin und im gesamten Osten Deutschlands noch einmal kurzzeitig freundlich und bis 20 Grad warm werden. Doch kräftige Schauer und teils auch Gewitter vertreiben nach wenigen Stunden schon wieder den schönen Eindruck. Im Westen kann man das Wochenende dagegen in Sachen Ausflugs- und Grillwetter ganz vergessen.

Auch die nächste Woche steht ganz im Zeichen von windigem Schauerwetter mit einem Mix aus Sonne, Wolken und Regengüssen samt Gewittern. Selbst ein weiterer Mai-Sturm ist möglich. Die Temperaturen gehen dabei wieder etwas zurück und erreichen oft nur noch 10 bis 16 Grad. In den Gipfellagen der Mittelgebirge ist sogar Schnee dabei, Frost dagegen nicht mehr. Selbst zu Pfingsten gibt es nur geringe Chancen auf Besserung. Beständiges Maiwetter ist aber selbst dann in weiter Ferne, denn dafür muss sich die Wetterlage zuerst komplett umstellen.

Am Wochenende zieht Sturmtief LOTHAR vom Atlantik her auf. Der Wind frischt von Westen am Sonntag lebhaft auf und am Montag sind auch in Deutschland stürmische Böen möglich, wie man auf dem WindRadar bereits erkennt.

Die Ursache für das wechselhafte Maiwetter liegt in der Großwetterlage. Diese wird vom Jetstream bestimmt, der kalte Luft im Norden von warmer Luft im Süden trennt. Dieses Starkwindband in großer Höhe dient als Förderband für die Tiefs, mit dem sie um den Globus ziehen. Derzeit verläuft der Jetstream für die Jahreszeit stark ausgeprägt sehr südlich über Mittel- und Südeuropa, wodurch Deutschland auf der kalten Nordseite liegt. Tiefs fallen dadurch auch für Mai sehr kräftig aus und ziehen genau über Deutschland.

Im Video erklärt unser Meteorologe Björn Goldhausen die Ursache für das so wechselhafte Maiwetter.

Eine Verlagerung dieser Wetterscheide nach Norden ist derzeit nicht in Sicht, weshalb das windige und wechselhafte Wetter bis Pfingsten und mit Pech auch darüber hinaus anhalten wird. Aber sehen wir es positiv: "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass!" Diese Bauernregel ist nicht nur eine Floskel, sondern sie trifft es auf den Punkt. Gerade jetzt im Mai benötigt die Natur ausreichend Regen für das Wachstum und genau dieser steht bei so einer Wetterlage zur Verfügung, ob es uns nun gefällt oder nicht.

(Ein Bericht von Denis Möller aus der WetterOnline-Redaktion)

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