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Montag, 16.04.2018

Rauch dämpft Sonnenstrahlung

Feuer sorgen für Rekord-Trübung

Der Rauch von Waldbränden in Kanada hat im vergangenen Sommer die Sonneneinstrahlung über Europa zeitweise stark gedämpft. Forscher haben entdeckt, dass dieser Effekt noch deutlich größer als bei Vulkanausbrüchen ist.

Im Sommer 2017 wüteten über Kanada und Teilen der USA große Waldbrände. Bild: dpa

Forscher vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung haben herausgefunden, dass der Rauch von Waldbränden weitreichende Folgen haben kann. Im Extremfall dämpft dieser die Sonneneinstrahlung in der oberen Atmosphäre nämlich mehr als zum Beispiel große Vulkanausbrüche wie der des Pinatubo im Jahr 1991. Die Aschepartikel verteilten sich in der Höhe über große Teile der Erde und schwächten die Strahlung deutlich ab. Damals sank die weltweite Durchschnittstemperatur vorübergehend um knapp ein halbes Grad.

Die Grafik zeigt die Verteilung von Staubpartikeln über Nordamerika am 15. August 2017. Bild: NASA Earth Observatory

Der Rauch von Waldbränden in Kanada wehte in der oberen Atmosphäre im Sommer 2017 bis nach Europa. Mittels Lichtradaren stellten Forscher in der Stratosphäre über Leipzig damals mehrere Tage in Folge eine dicke Rauchschicht fest. Die Partikel schluckten rund die Hälfte des Sonnenlichts. Dabei war die Dämpfung kurzzeitig 20-mal stärker als beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo. In einer zwei Kilometer dicken Schicht erreichte die Konzentration rund 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Bis ins Jahr 2018 hinein waren sogar noch Partikel nachweisbar.

Auf dem Satellitenbild von damals waren die enormen Rauchschwaden gut zu erkennen. Bild: NASA Earth Observatory

Ob die Asche der Waldbrände im Sommer 2017 zumindest kurzzeitig einen Einfluss auf die Temperaturen hatte, ist nicht nachgewiesen. Aufgrund der großen Dämpfung der Sonneneinstrahlung ist dies aber durchaus möglich.

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