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Unwetter im Rückblick

Dienstag, 26.05.2009

Gewitterfront brachte Chaos

Orkanböen und Starkniederschlag

Schwere Gewitter, die von Orkanböen, Starkregen, Hagelkörnern in Golfballgröße und Blitzeinschlägen in Häuser begleitet waren, haben am 26. Mai 2009 vor allem in der Schweiz und in Deutschland für chaotische Zustände gesorgt. Ähnlich heftig trafen die Unwetter aber auch Teile von Österreich, und zwar dort besonders Vorarlberg und Oberösterreich.

Bild aus dem Gewitter-Ticker

Bildquelle: Christian Nötzel - Die Böenwalze des Berliner Gewitters verfehlte die Stadt Strausberg nur knapp. Ähnlich bedrohlich sahen an diesem 26. Mai 2009 die Gewitterwolken über Süddeutschland und über dem Alpenraum aus.

Auf dem Bodensee musste die Wasserschutzpolizei mehrere Menschen aus Seenot retten. Ein Segler verletzte sich, als sein Boot vor Meersburg gegen das Ufer prallte und sank. In Konstanz am Bodensee bedeckten Hagelkörner die Straßen mit einer bis zu zehn Zentimeter hohen Schicht, dort fielen 67 Liter Niederschlag pro Quadratmeter! Der Zugverkehr musste wegen einer beschädigten Oberleitung eingestellt werden. Auf der Schweizer Seite des Bodensees wurde bei Romanshorn ein 31-jähriger Mann im Auto von einem umstürzenden Baum erdrückt.

Im oberschwäbischen Baienfurt entgleiste ein Zug wegen mehrerer umgefallener Bäume. Dabei erlitt der Lokführer schwere Verletzungen. Zudem starben nach Blitzeinschlägen auf Bauernhöfen mehr als 100 Schweine und Rinder. Am Flughafen von München mussten 14 Flüge gestrichen werden. In Oberbayern wurde die Autobahn 8 zwischen Adelzhausen und Odelzhausen wegen Überflutung gesperrt. Im bayerischen Landkreis Passau wurde bei Hauzenberg ein 26 Jahre alter Fahrer eines Quads von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Ursache für die Unwetter war eine Kaltfront, die schwülheiße Luft im Osten von frischer Meeresluft im Westen trennte. So verschärfte sich der Temperaturkontrast zwischen West- und Ostdeutschland immer mehr. Während im Saarland nur noch 22 Grad gemessen wurden, gab es in Brandenburg bei 32 Grad nochmals einen Tropentag. Von Niederbayern über das Alpenvorland bis zum Bodensee traten an einigen Stationen orkanartige Böen über 100, vereinzelt sogar Orkanböen mit einer Spitze von 140 Stundenkilometer in Landsberg am Lech auf.

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