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Sonntag, 17.02.2019

Wirbelstürme im Wolkenozean

Das Wetter auf dem Jupiter

Der Jupiter ist der größte aller Planeten des Sonnensystems. Er besteht größtenteils aus Gasen mit einem nur kleinen, festen, metallischen Kern. Auf dem Planeten tobt seit Jahrhunderten der größte Wirbelsturm unseres Sonnensystems.

Der Planet Jupiter ist nach Sonne, Mond und Venus das hellste Gestirn an unserem Himmel. Er besteht größtenteils aus Wasserstoff und Helium sowie einem kleinen Anteil anderer Gase und Gasverbindungen. In seinem Zentrum wird ein kleiner, maximal erdgroßer fester Kern aus Gestein und metallischem Wasserstoff vermutet. Seine Wolken werden von gewaltigen Blitzen durchzuckt und in seinem turbulenten Wolkenozean dreht sich seit mehr als 350 Jahren der größte Wirbelsturm unseres Sonnensystems: Der berühmte Große Rote Fleck.

Jupiters Großer Roter Fleck wurde erstmals im Jahre 1664 von dem englischen Naturforscher Robert Hooke im Fernrohr entdeckt. Seither hat dieser riesige Wirbelsturm seine Gestalt nur wenig verändert. Bild: NASA

Während der Jupiter zwölf Erdenjahre braucht, um die Sonne einmal zu umrunden, dreht er sich extrem schnell um sich selbst. Ein Tag und eine Nacht dauern daher zusammen nur 10 Stunden. Diese enorme Umdrehungsgeschwindigkeit ist auch Hauptursache der dahinjagenden Wolkenbänder im Äquatorbereich des Gasriesen. Dabei verlaufen die parallelen Starkwindbänder teils auf engstem Raum in entgegengesetzte Richtungen. Ihre Grenzen bieten ideale Voraussetzungen für Verwirbelungen, aus denen die langlebigen Wirbelstürme hervorgehen.

Die Wolken von Jupiter-Gewittern werden über 50 Kilometer hoch. Auf der Erde sind sie meist nur zwölf, in den Tropen bis zu 15 Kilometer hoch. Bild: NASA

Die Wolkendecke auf dem Jupiter ist bis zu 50 Kilometer dick. In ihr wüten Gewitter, deren Blitzentladungen tausendmal heftiger werden können als auf der Erde. Während es an der Oberseite dieser Wolken im Mittel minus 110 Grad kalt ist, liegen die Temperaturen über dem brodelnden Großen Roten Fleck mehrere Hundert Grad darüber. Kurioserweise strahlt der Gasriese mehr Energie ab, als er von der Sonne erhält. Ursache hierfür ist neben chemischen Umwandlungsprozessen die Abstrahlung von Restwärme aus seinem zwar kleinen, aber noch heißen Kern.

Polarlichter auf dem Jupiter können so intensiv werden, dass sie von dem Planeten aus sogar heller erscheinen als die Sonne. Bild: NASA

Obwohl der Jupiter mehr als fünfmal so weit von der Sonne entfernt ist wie die Erde, können heftige Sonnenstürme auch an seinen Polen starke Polarlichter entfachen. Das Magnetfeld wird dabei vom Sonnenwind verformt und leitet elektrisch geladene Teilchen zu den Polen des Planeten ab. Dort dringen sie tief in die Atmosphäre ein und regen Gasmoleküle zum Leuchten an. Die dabei entstehenden Polarlichter können enorme Ausmaße und Intensitäten annehmen und erstrahlen - vom Jupiter aus gesehen - sogar bei Tage heller als die Sonne.

Blick vom Eismond Europa in Richtung Sonne und Jupiter: Die künstlerische Darstellung zeigt Geröll und von Staub bedecktes Eis auf der von zahlreichen Spalten zerfurchten Oberfläche des Mondes. Bild: NASA

Wegen der lebensfeindlichen Bedingungen konnte sich auf Jupiter höchstwahrscheinlich kein Leben entwickeln. Eine wohltemperierte Oberfläche gibt es nicht und über seinem innersten Kernbereich lastet ein so unvorstellbar großer Druck, dass der Wasserstoff sogar metallische Eigenschaften annimmt. Dagegen könnte sich auf mindestens einem seiner bisher entdeckten 79 Monde Leben entwickelt haben: Unter einem Dutzende von Kilometer dicken Eispanzer verbirgt sich auf dem Eismond Europa vermutlich ein ganzer Ozean aus flüssigem Wasser.

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