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Donnerstag, 05.01.2017

Badewanneneffekt in der Ostsee

Sturmhochwasser statt Sturmflut

An der Ostsee geht das stärkste Hochwasser seit 15 Jahren allmählich zurück. Da Gezeiten in der Ostsee aber kaum eine Rolle spielen, war das Hochwasser keine Sturmflut, sondern Folge eines vom Sturm verursachten Badewanneneffekts.

Bei sturmbedingtem Hochwasser an der Ostsee werden nicht nur die Hafenanlagen, sondern oft auch Straßen und Plätze der ufernahen Ortschaften überflutet. Bild dpa

Es ist gar nicht so einfach zu verstehen, warum eine wegen Sturm besonders hoch auflaufende Flut an der Nordseeküste Sturmflut heißt, an der Ostsee aber "nur" als Sturmhochwasser bezeichnet wird. Der Grund: Die Ostsee ist ein Binnenmeer, das nur durch wenige, schmale Wasserstraßen mit der Nordsee verbunden ist. Daher ist sie fast vollständig von den Gezeiten abgeschnitten, Ebbe und Flut sind dort kaum noch wahrnehmbar. Ohne Flut kann aber auch ein sturmbedingtes Hochwasser nicht Sturmflut heißen.

Durch die Brandung der sturmgepeitschten See brechen immer wieder auch Teile der Küste weg und werden ins Meer gespült. Bild: NonstopNews

Ursache für Hoch- und Niedrigwasser an der Ostsee ist allein der Wind. Zieht ein Sturmtief durch, wie Anfang Januar 2017 Tief AXEL, so bewirkt der Wind einen Badewanneneffekt: An seiner Vorderseite weht der Wind aus südwestlicher Richtung und drückt große Wassermassen nordostwärts von den Küsten weg. Dabei stellt sich in der nördlichen Ostsee zwischen Schweden und Finnland Hochwasser ein. Dreht der Wind nach Passage des Tiefs auf Nord, schwappt das Wasser wie in einer Badewanne zurück und führt dann an der deutschen Ostseeküste zu Hochwasser.

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