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Unwetter im Rückblick

Sonntag, 08.01.2017

Eisregen: Landesweit Glättechaos

Verletzte und hunderte Unfälle

Gefrierender Regen und Blitzeis haben vor allem im Norden und in der Mitte für chaotische Zustände gesorgt. Es gab hunderte Unfälle und viele Verletzte, zeitweise wurden sogar Autobahnen gesperrt.

Gestürzter Radfahrer auf eisglatter Straße in Schleswig-Holstein. Gefrierender Regen hat am Samstag im Norden und in der Mitte zu chaotischen Zuständen geführt. Bild: dpa

Gefrierender Regen und Frost haben am Samstag das öffentliche Leben in vielen Landesteilen zum Erliegen gebracht. Auf spiegelglatten Straßen ging zeitweise gar nichts mehr, sogar die Streufahrzeuge kamen kaum noch durch. Betroffen waren vormittags zunächst der Norden und Nordwesten, nachmittags und abends ging dann auch in den mittleren Landesteilen gar nichts mehr. Im Süden und Südosten schneite es dagegen, weswegen die Glättesituation dort noch vergleichsweise entspannt war. Unfälle gab es aber auch dort.

Schon am frühen Samstagmorgen gab es in Schleswig-Holstein die ersten Eisregen-Meldungen. Am Vormittag erreichte der gefrierende Regen dann auch Hamburg und Bremen, wo es bald im Minutentakt zu Unfällen kam. Allein in Hamburg krachte es über 400 Mal, auch viele Fußgänger und Radfahrer stürzten auf spiegelglatten Gehwegen und zogen sich Knochenbrüche und Zerrungen zu. Die A7 und A1 wurden zeitweise gesperrt, da es durch extreme Glätte zu mehreren Unfällen gekommen war.

Auf den Straßen und Autobahnen gab es hunderte Unfälle und viele Verletzte. Es ereigneten sich sogar mehrere Massenkarambolagen. Einige Autobahnen wurden zeitweise gesperrt, in vielen Regionen wurde der öffentliche Nahverkehr glättebedingt eingestellt. Bild: dpa

Am Nachmittag erreichte der gefrierende Regen dann auch Nordrhein-Westfalen, das südliche Niedersachsen und den Raum Berlin. Dort kam es zu chaotischen Zuständen. In der Innenstadt von Hannover gab es dutzende Unfälle, auch Busse und Streufahrzeuge gerieten ins Schleudern. Der Busverkehr wurde eingestellt. Auch im Rheinland und im Ruhrgebiet gab es hunderte Unfälle mit vielen Verletzten, abends kam es auf der A1 und der A30 zu zwei Massenkarambolagen mit mehr als 20 Fahrzeugen. Die Rettungs- und Winterdienste waren im Dauereinsatz.

Ursache der wohl schlimmsten Glättelage seit Jahren war eine Wetterfront mit milder Luft, die auf eine kalte bodennahe Frostluftschicht traf. Das Besondere war die lange Dauer des gefrierenden Regens: Da der Wind nur schwach war, konnte die kalte Luft zunächst nicht verdrängt werden. Stundenlange Regenfälle bei Minusgraden waren die Folge. So konnte sich eine dicke Eisschicht auf Straßen und Wegen bilden, die sich in einigen Regionen fast einen ganzen Tag lang halten konnte.

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