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Unwetter im Rückblick

Donnerstag, 31.12.2015

Dezember schlägt alle Rekorde

Ein Wintermonat ohne Winter

So einen warmen Dezember wie 2015 hat es seit mindestens 135 Jahren nicht gegeben. An vielen Orten gab es keinen Frost. Der Monat präsentierte sich aber auch außergewöhnlich sonnig und trocken.

Grüne Wiesen statt Winteridylle - Wintersportler wurden auf eine harte Probe gestellt. Bild: dpa

Der Dezember 2015 ist der wärmste seit Messbeginn im Jahr 1881 gewesen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,5 Grad war er um über fünf Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Die bisherigen Rekordhalter aus den Jahren 1974 und 1934 wurden deutlich übertroffen. Der wärmste Tag war der 17. Dezember. Bei Freiburg wurden frühlingshafte 18 Grad gemessen. Deutliche Nachtfröste gab es nur Richtung Alpen, Reit im Winkl meldete am 13. des Monats minus 8,6 Grad. Ursache für die milde Witterung waren kräftige Tiefs über dem Atlantik.

Der Dezember 2015 war über anderthalb Grad wärmer als die bisherigen Rekordhalter. So hat noch kein Monat die bisherigen Rekorde pulverisiert. Eine Mitteltemperatur von 6,5 Grad wäre sogar für einen März außerordentlich mild.

Auch bei den Niederschlägen war der Dezember 2015 auf Rekordkurs. In den letzten 30 Jahren war kein Monat trockener, im Deutschlandmittel fielen nur 36,5 Liter auf den Quadratmeter. Am wenigsten geregnet hat es an den Nordrändern der Mittelgebirge, in Harznähe fielen örtlich kaum 5 Liter Niederschlag. Am nassesten war es mit 150 Liter Regen in Teilen Schleswig-Holsteins. Aufgrund der milden Luft und der geringen Niederschläge gab es selbst in den Bergen bis auf spärliche Reste in den höchsten Lagen praktisch keinen Schnee mehr.

In den letzten 30 Jahren war kein Dezember trockener. Das letzte Mal trockener war es 1975.

Die Sonne machte dagegen reichlich Überstunden. Mit rund 65 Stunden im Mittel war es der zweitsonnigste Dezembermonat seit 1951. Am meisten Sonnenstunden gab es im Süden, dort wurden zum Teil viermal mehr Sonnenstunden gemessen als im langjährigen Mittel. Die sonst in den Wintermonaten typischen Nebel- und Hochnebelwetterlagen für Südbayern und den Bodenseeraum blieben fast durchweg aus. Insgesamt deutlich trüber war es dagegen nur ganz im Norden, örtlich wurde dort sogar nicht einmal das Klimamittel erreicht.

Die Sonne schien fast dreimal so lange wie im trüben Vorjahresmonat. Nur 1972 war es im Dezember noch sonniger.

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